Eine KI Karte mit der Stimmung

KI-Stimmung 2026: Die USA macht, Asien feiert und Europa reguliert!

Studien zeigen, dass sich die Welt beim Thema KI in drei Gruppen aufteilt.

Andreas Becker Nano Banana
Eine KI Karte mit der Stimmung

Es ist der paradoxe Befund des Jahres 2026: Jene Nationen, die die moderne künstliche Intelligenz erfunden haben, fürchten sie am meisten. Während in den USA und in England die Sorge vor dem Kontrollverlust wächst, sehen Schwellenländer und Asien in der Technologie die historische Chance, alte Machtstrukturen zu sprengen. Diese emotionale Spaltung bestimmt derzeit massiv das Tempo der globalen Wirtschaftsentwicklung.

Die drei Lager der KI-Weltordnung

Ein Blick auf die aktuellen Daten, insbesondere den Ipsos AI Monitor und den Stanford HAI Report aus dem vergangenen Jahr, offenbart eine deutliche Dreiteilung der Welt. Die Diskussion um künstliche Intelligenz wird nicht mehr technisch, sondern emotional und kulturell geführt.

Die Weltkarte der KI-Stimmung gleicht einem Flickenteppich mit klaren Grenzen. Auf der einen Seite steht die sogenannte "Anglosphere" – USA, Großbritannien, Kanada, Australien. Hier dominiert die Nervosität. Auf der anderen Seite positioniert sich Asien mit China und aufstrebenden Nationen wie Indonesien, wo Euphorie herrscht. Dazwischen liegt Europa: skeptisch, abwartend und weitgehend emotionslos. Diese psychologische Diskrepanz hat in den letzten zwölf Monaten direkten Einfluss auf Investitionsvolumen und Regulierungsdichte genommen.

Quelle: https://www.ipsos.com/en-id/press-release-ipsos-ai-monitor-2025

Anglosphere: Die Angst vor dem eigenen Geschöpf

Besonders auffällig ist die Stimmungslage in den englischsprachigen Ländern. Obwohl Unternehmen wie OpenAI, Google und Anthropic in den USA beheimatet sind, ist die Bevölkerung dort so nervös wie nirgendwo sonst. Daten zeigen, dass in den USA und Großbritannien die Nervosität oft bei über 60 Prozent liegt, während die echte Begeisterung stagniert.

Experten führen dies auf die "Verlustangst des Spitzenreiters" zurück. Wer an der Spitze steht, hat am meisten zu verlieren. In den USA dominiert die Angst, dass KI den Arbeitsmarkt der White-Collar-Jobs ausradiert und Desinformation die Demokratie destabilisiert. Zudem herrscht in der Anglosphere ein kulturell verankertes Misstrauen gegenüber autonomen Systemen – oft als "Frankenstein-Komplex" bezeichnet. Man fürchtet, die Kontrolle über die Technologie zu verlieren, die man selbst geschaffen hat.

Doch diese öffentliche Nervosität steht im krassen Widerspruch zur Agenda der Eliten. Während der Durchschnittsbürger zögert, haben Silicon Valley und Washington längst den Schulterschluss vollzogen. Die Tech-Bosse lobbyieren aggressiv bei der Trump-Administration, um sicherzustellen, dass bloß keine regulatorische Handbremse gezogen wird. Das Kalkül ist eindeutig: Um jeden Preis verhindern, dass Sicherheitsbedenken das Innovationstempo drosseln.

Aus strategischer Sicht duldet die US-Führung keinen Zweifel am Kurs. KI wird im Weißen Haus und im Pentagon längst nicht mehr als reines Wirtschaftsgut, sondern als der entscheidende Faktor für den Erhalt der Weltmachtstellung betrachtet. Die Logik ist brutal simpel: Wer bei der KI verliert, verliert das 21. Jahrhundert. Ob in der Rüstungsindustrie oder an der Wall Street – die USA setzen zu 100 Prozent auf Angriff. Die Ängste der eigenen Bevölkerung werden dabei als notwendiges Übel in Kauf genommen, um im geostrategischen Wettrüsten gegen China nicht ins Hintertreffen zu geraten.

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Asien und der globale Süden: Aufholen um jeden Preis

Ein völlig anderes Bild zeigt sich in Asien und dem globalen Süden. Länder wie China, Indonesien, Thailand und auch Indien weisen Begeisterungswerte von bis zu 80 Prozent auf. Die Nervosität ist hier minimal.

Der Grund ist pragmatisch: Für diese Nationen ist KI kein Risiko für den Status quo, sondern ein Werkzeug, um ihn zu überwinden. Sie sehen die Technologie als "Great Equalizer". Fehlende Infrastruktur im Gesundheits- oder Bildungswesen wird durch KI-Lösungen übersprungen – ein Effekt, den man bereits beim Mobilfunk beobachtete, der das Festnetz in vielen dieser Länder obsolet machte.

In China kommt eine staatlich forcierte Technologie-Offensive hinzu. Der Export von KI-gestützten Überwachungs- und Analysesystemen gilt als neuer Wachstumsmotor. Die Bevölkerung sieht primär den Komfortgewinn und den wirtschaftlichen Aufstieg, weniger die ethischen Dilemmata, die den Westen beschäftigen.

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Europa: Gefangen im Regulierungskorsett

Und Europa? Hier zeigt sich im Vergleich zu den USA und Asien eine fatale strategische Lücke. Länder wie Deutschland, Frankreich und Schweden bilden zwar stimmungstechnisch das Mittelfeld – weniger hysterisch als die US-Bevölkerung, aber weit entfernt von der asiatischen Euphorie. Doch die politische Reaktion darauf isoliert den Kontinent zunehmend.

Während Washington die Ängste der eigenen Wähler ignoriert und die Zügel locker lässt, hat Brüssel sie mit dem AI Act fest angezogen. Europa hat die "German Angst" effektiv institutionalisiert. Anstatt wie die amerikanische Elite voll auf Risiko und Machtexpansion zu setzen oder wie Asien die breite Adaption zu feiern, konzentriert sich Europa auf die Verwaltung potenzieller Gefahren. Man ist stolz auf die weltweit ersten Gesetze, während anderswo die Märkte verteilt werden.

Diese Haltung führt zu einer gefährlichen Stagnation. Die europäische Wirtschaft wartet auf Rechtssicherheit und ethische Unbedenklichkeitsbescheinigungen, während die Konkurrenz längst Fakten schafft. Die Realität im Januar 2026 ist daher ernüchternd: Europa droht nicht zwischen den Fronten zerrieben zu werden, sondern schlicht irrelevant zu werden. Während Asien aus Begeisterung und die USA aus kaltem Machtkalkül das Tempo maximieren, steht Europa zwar gut abgesichert, aber tatenlos am Seitenrand.

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