Rust wird zu Rue

Claude Code erschafft Rue: Warum Rust jetzt Konkurrenz bekommt

Ein bekannter Rust-Entwickler lässt eine KI die Arbeit machen und revolutioniert so die gesamte Softwarewelt

Andreas Becker Nano Banana
Rust wird zu Rue

Der bekannte Entwickler Steve Klabnik erschafft mit Rue eine sicherere und zugänglichere Alternative zur Programmiersprache Rust. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie agentische KI-Werkzeuge wie Claude Code die Softwareentwicklung grundlegend beschleunigen und verändern.

Ein neuer Herausforderer für Rust

Die Programmiersprache Rust gilt heute als Goldstandard für sichere Systemprogrammierung, doch ihre steile Lernkurve schreckt viele Entwickler ab. Steve Klabnik, eine zentrale Figur in der Geschichte von Rust, arbeitet nun an einem Nachfolger. Die neue Sprache namens Rue soll die bewährte Speichersicherheit von Rust beibehalten, dabei aber eine wesentlich einfachere Syntax bieten.

Das Projekt zielt darauf ab, die Vorteile der Low-Level-Programmierung – also das Arbeiten nah an der Hardware – ohne die typischen Komplexitätshürden zugänglich zu machen. Rue verzichtet dabei auf eine automatische Speicherbereinigung, den sogenannten Garbage Collector, um die maximale Performance zu gewährleisten. Klabnik nutzt seine jahrelange Erfahrung, um die Konzepte von Rust zu verfeinern und unnötigen Ballast abzuwerfen.

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Claude Code als Architekt

Das Besondere an der Entstehung von Rue ist der massive Einsatz künstlicher Intelligenz. Klabnik fungiert eher als technischer Direktor, während das Werkzeug Claude Code von Anthropic die Rolle des ausführenden Programmierers übernimmt. Diese Form des agentischen Codierens geht weit über einfache Autovervollständigung hinaus.

Die KI versteht den gesamten Kontext des Projekts und schlägt eigenständig Implementierungen für komplexe Logiken vor. In nur zwei Wochen intensiver Arbeit mit der KI erreichte das Projekt einen Stand, für den Klabnik zuvor allein Monate benötigt hätte. Er gibt die Richtung vor und prüft die Ergebnisse, während die Maschine die mühsame Schreibarbeit erledigt.

Technischer Fortschritt in Rekordzeit

Mittlerweile existiert ein funktionsfähiger Compiler, der echten ausführbaren Programmcode erzeugt. Mehr als 130 Commits, also gespeicherte Code-Änderungen, flossen bereits in das Repository. Dabei stammt der Großteil des Quellcodes direkt aus der Feder der KI, was die Effizienz dieses neuen Workflows unterstreicht.

Der Compiler für Rue ist bereits in der Lage, Optimierungen vorzunehmen, um die Ausführungsgeschwindigkeit der Programme zu erhöhen. Obwohl sich das Projekt noch in einem frühen Stadium befindet, beweist es die Macht der Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI. Für die IT-Branche könnte dies der Beginn einer Ära sein, in der neue Sprachen nicht mehr Jahre, sondern nur noch Wochen bis zur Einsatzreife benötigen.

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