Ein kaputtes Stargate in London

OpenAI stoppt »Stargate UK«

Das Unternehmen pausiert den Aufbau lokaler Rechenkapazitäten aufgrund hoher Kosten und regulatorischer Hürden.

Andreas Becker Nano Banana
Ein kaputtes Stargate in London

OpenAI legt den Ausbau seiner britischen Infrastruktur auf Eis. Hohe Energiekosten und regulatorische Hürden zwingen das Unternehmen laut Informationen von Bloomberg dazu, das geplante KI-Rechenzentrum »Stargate UK« vorerst zu pausieren.

Lokale KI-Modelle für Großbritannien

OpenAI präsentierte das Vorhaben erst im September des vergangenen Jahres. Zusammen mit Nvidia und der britischen Regierung plante das Unternehmen den Aufbau lokaler Rechenkapazitäten.

Das Hauptziel war der Betrieb von KI-Modellen direkt auf der Insel. Dies ist besonders für spezifische Anwendungsfälle relevant, bei denen die nationale Rechtshoheit greift.

Aufgrund der aktuellen Strompreise und unklarer Regularien stoppt der Bau nun auf unbestimmte Zeit. OpenAI will die Rahmenbedingungen weiterhin prüfen und bei fallenden Kosten reagieren.

Anzeige

Finanzierungsprobleme und gekürzte Budgets

Der KI-Entwickler kämpft bei seinem globalen Infrastrukturprogramm derzeit an mehreren Fronten mit Hindernissen. Ursprünglich planten OpenAI und Partner wie SoftBank, Oracle sowie MGX ein Budget von 500 Milliarden US-Dollar ein. Im Juli 2025 reduzierten die Beteiligten diese Summe jedoch auf 100 Milliarden US-Dollar.

SoftBank-CEO Masayoshi Son räumte kurz darauf ein, dass bislang kein Teil des vorgesehenen Kapitals zur Verfügung stehe. Dies verzögert den Bau der Rechenzentren erheblich.

Die Probleme zeigen sich bereits konkret in der Praxis. Erst vor einem Monat stornierte OpenAI die Pläne für einen neuen Rechenzentrums-Campus in Abilene im US-Bundesstaat Texas.

Unklare Perspektiven in Europa

Auch andere Regionen sind Teil der Expansionsstrategie. Bis Ende 2026 soll im norwegischen Kvandal ein Rechenzentrum entstehen, das komplett mit Energie aus Wasserkraft läuft.

Darüber hinaus führte OpenAI erste Gespräche mit Ländern wie Griechenland, der Slowakei und den Vereinigten Arabischen Emiraten über den Ausbau von Kapazitäten. Ob diese internationalen Vorhaben durch die aktuelle Kostenentwicklung auf dem Energiemarkt ebenfalls gefährdet sind, ist derzeit noch nicht bekannt.

KI-Wissen ohne Paywall

Unsere Inhalte sind und bleiben kostenlos. Wenn dir unsere News und Tutorials gefallen oder weiterhelfen, freuen wir uns über eine kleine Unterstützung.

Jeder Beitrag zählt – auch das Teilen.