OpenAI senkt Preise wegen Anthropic
Geschäftskunden zahlen bald weniger für KI. Die starke Konkurrenz erfordert diesen Schritt.

OpenAI senkt voraussichtlich die API-Preise für Unternehmenskunden deutlich, um im harten Konkurrenzkampf mit Anthropic und Google zu bestehen. Privatnutzer von ChatGPT sind von diesen Anpassungen bei den Token-Kosten »leider« nicht betroffen.
Wachsender Druck durch die Konkurrenz
Der Entwickler hinter ChatGPT reagiert mit dem Schritt auf die Preisgestaltung seiner Mitbewerber. Googles Gemini-Modelle, speziell die Flash-Varianten, kosten im Business-Tarif derzeit nur rund die Hälfte der vergleichbaren OpenAI-Dienste. Auch der direkte Rivale Anthropic plant offenbar zeitnah eigene Preisnachlässe für sein Modell Claude.
Anthropic verzeichnete zuletzt ein starkes Umsatzwachstum, angetrieben durch die hohe Beliebtheit von Claude Code unter Softwareentwicklern. Im Mai 2026 erreichte das Startup eine Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar und überholte damit die letzte bekannte Bewertung von OpenAI aus dem März mit 852 Milliarden US-Dollar.
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Agentische KI sprengt Unternehmensbudgets
Für viele Firmen kommen die Rabatte zur richtigen Zeit. Die Ausgaben für KI-Dienste übersteigen in einigen Betrieben bereits die Personalkosten für Angestellte. OpenAI-CEO Sam Altman bezeichnete diese Entwicklung kürzlich als »großes Problem« und kündigte an, Kunden mehr Gegenwert für ihre Budgets liefern zu wollen.
Derzeit offenbart sich im Markt ein Paradox: Obwohl die Kosten pro Token im vergangenen Jahr gesunken sind, steigen die Gesamtausgaben der Firmen weiter. Agentische Workflows und längere Kontextfenster treiben den Token-Verbrauch rasant in die Höhe.
Ein Manager von Uber erklärte beispielsweise, das Budget für agentische KI für das Jahr 2026 sei im eigenen Konzern bereits vollständig aufgebraucht.
Höhere Verluste vor dem Börsengang
Für OpenAI birgt die geplante Preissenkung ein erhebliches finanzielles Risiko. Das Unternehmen schreibt aufgrund der immensen Rechenkosten für das Training und den Betrieb der KI-Modelle bereits tiefrote Zahlen.
Die strategische Antwort auf den Konkurrenzdruck durch Anthropic führt durch die geplanten Rabatte voraussichtlich zu einer weiteren Ausweitung der Verluste. Diese Entwicklung fällt in eine kritische Phase, da beide KI-Anbieter vertraulich Anträge auf einen Börsengang eingereicht haben.
Wie hoch die Rabatte von OpenAI letztlich ausfallen, bleibt bis zur offiziellen Ankündigung abzuwarten.