Ein militärischer Helicopter

Hollywood Regisseur bringt ersten echten KI Film heraus

Neill Blomkamp zeigt mit seinem Projekt Nightborne den aktuellen Stand der Technik. Wirkliche Filmgefühle bleiben jedoch aus.

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Ein militärischer Helicopter

Regisseur Neill Blomkamp hat mit seinem neuen Barley Studios den 13-minütigen Sci-Fi-Film »NIGHTBORNE« veröffentlicht. Das Werk entstand vollständig im KI-Videomodell Seedance 2.0, wofür das Studio die Gesichter und Stimmen von 32 realen Personen lizenzierte.

Frame für Frame per Textbefehl

Die Produktion des im Dokumentarstil gehaltenen Films lief anders ab als bei klassischen Drehs. Blomkamp generierte jede Einstellung einzeln über Prompts in Seedance 2.0. Menschliche Konzeptkünstler lieferten zuvor die visuellen Vorlagen für das Projekt. Um rechtliche Probleme zu vermeiden, schloss das Studio für das Aussehen und die Stimmen der Figuren vertragliche Vereinbarungen mit den betroffenen Menschen ab.

Inhaltlich bewegt sich das Projekt im Universum des Romans »Echopraxia« von Peter Watts. Die Handlung dreht sich um eine US-Army-Pilotin, die nach einem Abschuss offiziell für tot erklärt wird. Tatsächlich landet sie in einem geheimen Militärprogramm. Die Armee verwandelt dort gefallene Soldaten mit Implantaten am Hirnstamm in emotionslose Kampfmaschinen, um Kriege ohne Verluste in der eigenen Bevölkerung führen zu können.

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Kontinuitätsfehler und hölzerne Dialoge

Die Reaktionen der Zuschauer fallen wenige Stunden nach der Veröffentlichung auf YouTube und X überwiegend kritisch aus. Einige Kommentatoren loben zwar die optische Qualität einzelner Szenen, bemängeln aber eklatante Fehler in der visuellen Kontinuität. So wandert ein Blutfleck im Gesicht der Pilotin zwischen zwei Schnitten von der linken auf die rechte Seite. In anderen Szenen tauchen plötzlich Doppelgänger von Soldaten im Hintergrund auf oder Ausrüstungsgegenstände wie Schutzbrillen verschwinden im direkten Gegenschnitt kommentarlos. Auch fehlerhaft generierte Schriftzüge auf Militärfahrzeugen fielen Nutzern sofort auf.

Neben den Bildfehlern steht die emotionale Leere des Films im Fokus der Kritik. Die Gesichter wirken auf viele Betrachter starr, die Stimmen und Dialoge monoton. Ein Nutzer merkt an, die ständige Analyse von Mimik durch den Menschen sei das größte Hindernis für realistische KI-Inhalte. Viele stören sich zudem an dem langsamen Kamera-Zoom, der fast jede Einstellung dominiert und als typische Schwäche aktueller KI-Modelle gilt.

Für Blomkamp, der mit Werken wie »District 9« für detaillierte Sci-Fi-Welten bekannt wurde, hagelt es auch persönliche Kritik. Fans zeigen sich in den Kommentaren enttäuscht, dass ein renommierter Filmemacher ein handwerklich derart unrundes Projekt unter seinem Namen freigibt.

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