Kimi K3.1 Pro und OpenAIs GPT-6 Astra antworten erstaunlich ähnlich. Ein neuer Vergleich von Artificial Analysis stützt den Verdacht, dass Moonshot nach Anthropics Schutzmaßnahmen einen anderen »Lehrer« für sein KI-Modell gewählt haben könnte.
Zwei Modelle mit auffallend ähnlichem Ton
Im AA-PersonalityBench folgen die Profile von Kimi und Astra über acht Bereiche einer ähnlichen Grundform. Noch deutlicher wird die Nähe bei den einzelnen Merkmalen. Beide Modelle wirken besonders wahrheitsorientiert, benennen Annahmen und geben Unsicherheit zu. Zugleich fallen beide durch wenige Floskeln, wenig Metaphern und seltene konkrete Quellenhinweise auf.
Quelle: Artificial Analysis
Der Benchmark prüft nicht, wie oft ein Modell richtigliegt. Er vergleicht den Antwortstil anhand von 900 Aufgaben und 30 Merkmalen. Unterschiede werden dadurch sichtbar ... oder auch nicht.
Anzeige
Anthropics Schutz macht Claude als Lehrer unattraktiver
Anthropic hatte Moonshot zuvor beschuldigt, Claude im großen Stil für die Entwicklung eigener Modelle genutzt zu haben. Nach Angaben des KI-Unternehmens liefen mehr als 3,4 Millionen Dialoge über Hunderte falsche Konten. Dabei ging es unter anderem um Agenten, Code, Datenanalyse und Claudes Reasoning.
Im Oktober meldete Anthropic neue Schutzmaßnahmen. Diese sollen die Menge der abgegriffenen Antworten um 90 bis 99 Prozent gesenkt haben. Wenige Tage später erschien Kimi K3.1 Pro, das laut Moonshot mit deutlich mehr Rechenaufwand nachtrainiert wurde.
Das ähnliche Persönlichkeitsprofil beweist zwar keine Distillation von Astra. legt diese Vermutung aber nahe.

