Ein Hummer feiert, ein OpenAI Agent weint

OpenAI stoppt ChatGPT Agent nach massivem Nutzerverlust

Das ambitionierte Projekt verlor in sechs Monaten fast alle Nutzer, weil niemand den Zweck verstand.

Andreas Becker Nano Banana
Ein Hummer feiert, ein OpenAI Agent weint

OpenAI zieht beim erst kürzlich eingeführten „ChatGPT Agent“ offenbar die Notbremse. Interne Daten zeigen, dass drei Viertel der Nutzer das Tool innerhalb von sechs Monaten aufgegeben haben, da der praktische Nutzen unklar blieb und technische Fehler dominierten.

Ein Produkt ohne Zielgruppe

Die Vision klang vielversprechend, doch die Realität holte das Unternehmen schnell ein. Laut einem Bericht von The Information hat OpenAI die Entwicklung seines generischen Agenten faktisch gestoppt. Das System sollte eigenständig Aufgaben über verschiedene Anwendungen hinweg erledigen, scheiterte aber an der Umsetzung im Alltag.

Nutzer wussten schlichtweg nicht, was sie mit dem Tool anfangen sollten. Das vage Versprechen eines „Assistenten für alles“ führte dazu, dass Anwender keine konkreten Use-Cases fanden. Wer versuchte, komplexe Arbeitsabläufe zu automatisieren, stieß oft auf unüberwindbare Hindernisse.

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Technische Unzulänglichkeiten

Neben der schwammigen Positionierung waren es vor allem Leistungsprobleme, die zum massiven Nutzerschwund führten. Der Agent verhakte sich oft in Loops oder lieferte Ergebnisse, die eine manuelle Nachbearbeitung erforderten. Das ursprüngliche Ziel der Zeitersparnis wurde so ins Gegenteil verkehrt.

Die Fehleranfälligkeit bei der Interaktion mit Drittanbieter-Software war zu hoch für den professionellen Einsatz. Das Vertrauen in die Autonomie der KI litt massiv, sobald der Agent auch nur einmal bei einer einfachen Aufgabe versagte. Anwender kehrten daraufhin schnell zum klassischen Chat-Interface zurück.

Die Konkurrenz ist groß und macht es besser

Während OpenAI kapituliert, zeigen andere, wie autonome Agenten funktionieren müssen. Das beste Beispiel ist Manus: Statt nutzloser Chat-Loops übernimmt dieser Agent komplette Projekte asynchron in der Cloud. Nutzer können ihren Laptop zuklappen, während Manus im Hintergrund Codedateien schreibt, Marktrecherchen durchführt oder strukturierte Berichte erstellt – der Fokus liegt hier auf dem fertigen Ergebnis, nicht dem Gespräch.

Auf der anderen Seite steht OpenClaw (ehemals Clawdbot), der gerade die Open-Source-Community im Sturm erobert. Das Tool läuft lokal auf dem eigenen Rechner und klinkt sich direkt in Messenger wie Signal oder Slack ein. Es löst das Datenschutz-Problem radikal („Your machine, your rules“) und bietet durch die Integration in bestehende Kommunikationskanäle einen sofort spürbaren Mehrwert, den OpenAIs isolierte Lösung vermissen ließ.

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