Großer KI-Schmuggel nach China durch Mitarbeiter von Nvidia und Super Micro

Taiwanische Behörden haben neun Personen angeklagt, die US-Exportkontrollen umgangen haben sollen. Sie sollen Dutzende KI-Server heimlich an chinesische Kunden geliefert haben.
Gefälschte Dokumente für B300-Server
Die Angeklagten bestellten 130 Server des Typs B300 bei Super Micro. Offiziell sollten diese in einem angemieteten Rechenzentrum in Taiwan installiert werden.
Stattdessen gingen 74 der B300-Server direkt oder über Zwischenstationen in Indonesien, Japan und Hongkong an chinesische Käufer. Die restlichen 56 Stück hielt der taiwanische Zoll auf, bevor sie verschifft werden konnten.
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Vertrauensbruch und Profitgier
Unter den Beschuldigten befinden sich ein Angestellter der taiwanischen Nvidia-Niederlassung sowie zwei ehemalige Mitarbeiter von Super Micro. Die Staatsanwaltschaft in Keelung wirft ihnen Dokumentenfälschung und Vertrauensbruch vor.
Laut Anklage kannten die Beschuldigten die internen Kontrollverfahren ihrer Arbeitgeber genau und hatten sich »auf verschiedenen Ebenen für enorme Profite zusammengeschlossen«. Ein neunter Angeklagter soll in diesem Zusammenhang Gelder eines beteiligten Vertriebsunternehmens abgezweigt haben.
Nvidia sicherte den Behörden Unterstützung bei der Aufklärung zu. Super Micro erklärte, die eigene Kooperation habe überhaupt erst zu den Verhaftungen der ehemaligen Angestellten geführt. Das Unternehmen selbst sei kein Ziel der Ermittlungen.
Lücken in den US-Sanktionen
Seit 2022 verbieten die USA den Export von KI-Hardware nach China ohne spezielle Lizenzen. Washington will damit verhindern, dass chinesische Entwickler technologisch aufschließen.
Fälle wie dieser zeigen, wie die Bauteile in der Praxis über Umwege an ihr Ziel gelangen. Beobachter führen Chinas anhaltende Erfolge beim Training eigener KI-Modelle auf genau solche Schmuggelnetzwerke zurück.