Verkäufer von Microsoft sollen OpenAI »schlechtreden«
Der Konzern schult seine Verkäufer gezielt darauf, die hauseigenen KI-Modelle gegen langjährige Partner zu positionieren.

Microsoft ändert seine Verkaufsstrategie. Das Vertriebsteam soll hauseigene KI-Modelle künftig offensiv gegen die Konkurrenz positionieren. Zu den »Zielscheiben« gehören ausgerechnet Firmen wie OpenAI und Anthropic, deren KI-Modelle Microsoft bisher in großem Stil einkaufte.
Angriff auf Claude und Co.
Auf einem internen Strategietreffen am Dienstag legten Führungskräfte den neuen Kurs für das Geschäftsjahr fest. Verkäufer sollen die hauseigenen KI-Modelle als günstige Komplettlösung vermarkten. Vizepräsident Jay Parikh erklärte seinem Team, die Konkurrenz liefere lediglich »Einzelteile«.
Wie dieser Pitch in der Praxis aussieht, zeigte Vizepräsident Jacob Andreou. Er verglich den eigenen Assistenten Copilot mit dem Chatbot Claude von Anthropic. Claudes Leistung in Office-Anwendungen bezeichnete er als langsamer und ungenauer. Zudem fehlten ihm die nötigen Sicherheitsintegrationen. Weder Microsoft noch Anthropic kommentierten den Vorgang bisher auf Nachfrage.
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Eigene Technologie spart Geld
Der neue Verkaufston passt zu Microsofts jüngsten technischen Entscheidungen. Das Unternehmen streicht derzeit die KI-Modelle von OpenAI und Anthropic aus Kernprogrammen wie Word oder Excel und ersetzt sie durch eigene. Das senkt die Betriebskosten.
Vorausgegangen war eine Anpassung der Verträge: Seit April greift die Exklusivitätsklausel zwischen Microsoft und OpenAI nicht mehr. OpenAI darf seine KI-Modelle seither direkt an Microsofts Konkurrenten verkaufen.
Der Strategieschwenk dürfte auch eine Reaktion auf den Aktienmarkt sein. Anleger hinterfragen Microsofts milliardenschwere Investitionen in neue Rechenzentren und den Ausbau der eigenen KI-Sparte. Wenn der Vertrieb die eigenen KI-Modelle nun als überlegen verkauft, soll das Kunden binden und skeptische Investoren beruhigen.