Atomstrom für Meta: Warum Zuckerberg jetzt auf Kernkraft setzt
Der Tech-Riese sichert sich 6,6 Gigawatt Leistung durch neue Atomdeals für das Training künftiger KI-Modelle.

Der Technologiekonzern Meta schließt weitreichende Verträge mit drei Energieunternehmen ab, um sich zum weltweit größten industriellen Käufer von Atomstrom zu entwickeln. Diese strategische Entscheidung sichert die Energieversorgung für künftige Generationen künstlicher Intelligenz und markiert einen Wendepunkt in der Infrastrukturplanung.
Drei Partner für eine gigantische Strommenge
Meta unterzeichnete Abkommen mit den Unternehmen Vistra, Oklo und TerraPower. Diese Kooperationen zielen auf eine Erweiterung der Kapazitäten um insgesamt 6,6 Gigawatt ab. Damit reagiert das Unternehmen auf den massiven Strombedarf, den der Betrieb und das Training von großen Sprachmodellen in den Rechenzentren verursachen.
Die Zusammenarbeit mit Vistra konzentriert sich auf bestehende Anlagen im PJM-Netz, dem größten Stromnetzbetreiber in den USA. Hierdurch sichert sich der Konzern stabil verfügbare Grundlastenergie über einen Zeitraum von 20 Jahren. Diese langfristige Bindung verdeutlicht den hohen Bedarf an zuverlässigen Energiequellen abseits von volatilen Erzeugern wie Wind oder Sonne.
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Die Rückkehr der Atomkraft durch SMR-Technologie
Ein Schwerpunkt der neuen Verträge liegt auf sogenannten Small Modular Reactors (SMR). Dabei handelt es sich um kleine, modular aufgebaute Kernreaktoren, die in Fabriken gefertigt und am Einsatzort installiert werden. Sie gelten als flexibler und kosteneffizienter im Vergleich zu herkömmlichen Großkraftwerken.
Das Unternehmen Oklo plant den Bau seiner Reaktoren im Pike County. TerraPower setzt auf fortschrittliche Natrium-Reaktoren, die eine höhere Effizienz versprechen. Diese Technologien befinden sich teilweise noch in der Entwicklungs- oder Genehmigungsphase, doch Meta tritt hier bereits als früher Ankerinvestor auf.
KI-Wachstum als Treiber der Energiestrategie
Der Hunger nach Rechenleistung für die künstliche Intelligenz zwingt die großen Technologiekonzerne zum Umdenken. Da klassische erneuerbare Energien oft nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen, rückt die Kernkraft wieder in den Fokus. Meta möchte durch diese Investitionen sicherstellen, dass der Ausbau der Rechenkapazitäten nicht an Grenzen der Stromversorgung stößt.
Analysten sehen in diesem Schritt einen notwendigen Vorsprung im globalen Wettbewerb. Während die Aktienkurse der beteiligten Energieunternehmen wie Oklo bereits positiv reagierten, steht der Konzern nun vor der Herausforderung, die Genehmigungsprozesse für die neuen Standorte zu begleiten. Der Widerstand lokaler Gruppen oder regulatorische Hürden könnten den ambitionierten Zeitplan für die Inbetriebnahme noch beeinflussen.