Marvell übernimmt den Optikspezialisten Lumentum. Der Unternehmenswert von 115 Milliarden $ macht den Kauf zu einer der größten Übernahmen der Tech-Branche.
Licht ersetzt Kupfer im KI-Rechenzentrum
Lumentum entwickelt Laser, optische Transceiver und weitere Bauteile, die Daten als Lichtsignale übertragen. Diese Technik gewinnt in großen KI-Rechenzentren an Bedeutung, weil Kupferverbindungen bei steigenden Datenmengen an Grenzen bei Reichweite und Stromverbrauch stoßen.
Marvell liefert unter anderem speziell entwickelte KI-Chips, Signalprozessoren und Netzwerktechnik. Durch Lumentum erhält der Konzern direkten Zugriff auf wichtige optische Komponenten und zusätzliche Fertigungskapazitäten. Beide Unternehmen wollen elektrische und optische Technik künftig enger aufeinander abstimmen.
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Lumentum-Aktionäre erhalten Marvell-Aktien
Für jede Lumentum-Aktie sind 4,5 Marvell-Aktien vorgesehen. Das entspricht nach Angaben der Unternehmen einem Wert von rund 1.132$ je Aktie und einem Aufschlag von 23,9% auf den unbeeinflussten Schlusskurs vom 28. Oktober 2026.
Nach Abschluss sollen die bisherigen Marvell-Aktionäre rund 67% des gemeinsamen Unternehmens halten. Auf die Lumentum-Aktionäre entfallen rund 33%. Marvell-Chef Matt Murphy bleibt Vorstandsvorsitzender, während drei Lumentum-Verwaltungsräte in das neue Gremium einziehen sollen.
Abschluss ist erst für 2028 geplant
Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben dem Vertrag zugestimmt. Aktionäre und Aufsichtsbehörden müssen die Übernahme noch genehmigen. Marvell rechnet mit einem Abschluss in der ersten Hälfte des Jahres 2028.
Der Konzern erwartet jährliche Kosteneinsparungen von mehr als 1 Milliarde $. Der lange Genehmigungsprozess zeigt zugleich, welche Größe der Zusammenschluss erreicht. Zusammen kommen die Unternehmen laut ihrer Präsentation auf einen Unternehmenswert von mehr als 275 Milliarden $.
