Ein Livestream mit KI

Twitch Zuschauer beeinflussen durch Chat endlose KI Livestreams

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Ein Livestream mit KI

Das Startup fal hat eine Plattform für unbegrenzte KI-Livestreams gestartet. Zuschauer geben über einen Chat die Handlung vor, während das Modell die nächsten Szenen schneller generiert, als sie abgespielt werden.

Generierung überholt die Abspielzeit

Das Prinzip hinter der Seite fal.live bindet das Publikum direkt ein. Nutzer wählen einen Kanal und tippen ihre Ideen in den Chat. Ein KI-Modell übernimmt diese Vorgabe und führt die Geschichte im Video fort.

Beschleunigte Videomodelle machen diesen Ablauf möglich. Auf der Infrastruktur von fal läuft beispielsweise die optimierte Version H3 Max des Entwicklers MiniMax. Sie berechnet ein fünfsekündiges Video in unter drei Sekunden. Ein 15-Sekunden-Clip ist nach etwa neun Sekunden fertig.

Bislang wurden KI-Videos erst erstellt und nach einer Wartezeit veröffentlicht. Durch den Zeitvorteil lassen sich die generierten Clips nun direkt hintereinander live senden.

Quelle: X @hoodyliu

Von der Twitch-Nachricht zum Video

Die technische Umsetzung funktioniert als fortwährende Schleife. Ein vorgeschaltetes Sprachmodell liest die Nachrichten der Zuschauer auf Plattformen wie Twitch. Es formuliert aus den kurzen Chat-Eingaben eine ausführliche Textvorgabe für die nächste Szene.

Anschließend erzeugt das Videomodell den passenden Abschnitt. Während die Zuschauer den aktuellen Clip sehen, rechnet es im Hintergrund bereits das nächste Stück aus. Das Open-Source-Tool FFmpeg fügt die Teile zusammen und schickt sie als fortlaufenden Stream an die Plattform.

Entwickler können diese Technik bereits für eigene Projekte nutzen. Ein Open-Source-Projekt namens »Infinite-TV« zeigt, wie sich ein Stream mit dem Videomodell LTX aufbauen lässt. Anwender wählen dabei zwischen einer lokalen Ausführung oder einer direkten Anbindung an die Server von fal, um Modelle wie LTX 2.3 anzusteuern.

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Abstimmung über die nächste Szene

Auf fal.live stehen Formate wie »Sitcom«, »Toon Lab« oder »Chaos« zur Auswahl. In der Benutzeroberfläche sehen die Zuschauer den laufenden Stream und rechts daneben ein Chat-Fenster.

Dort schlagen sie eigene Regieanweisungen für die kommende Szene vor. Das System sammelt diese Ideen und lässt das Publikum darüber abstimmen, welcher Prompt als Nächstes in ein Video verwandelt wird.

Für die Betreiber solcher Kanäle gibt es ein eigenes Dashboard. Es listet technische Daten wie aktuelle Bildraten und die Auslastung des Arbeitsspeichers auf. Administratoren kontrollieren dort in Echtzeit, ob die Videogenerierung schnell genug für die Live-Übertragung ist.

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