3 KI-Anbieter Hand in Hand

Kartellklage gegen ChatGPT, Claude, Gemini und Grok

Andreas Becker GPT-Images-2.0
3 KI-Anbieter Hand in Hand

Vier zahlende Abonnenten ziehen gegen Anthropic, OpenAI, SpaceXAI und Google vor Gericht. Ihre Klage wirft den Unternehmen vor, sich rechtswidrig auf eine langsamere KI-Entwicklung verständigt zu haben. Das schade den Kunden, weil ihre Abonnements dadurch weniger Gegenwert böten. Die Anwälte streben eine landesweite Sammelklage in den USA an.

Öffentliche Zustimmung wird zum Streitpunkt

Als zentralen Beleg nennt die Klage öffentliche Äußerungen vom 12. September 2026. Anthropic-Chef Dario Amodei hatte an diesem Tag eine branchenweite Zusammenarbeit gefordert, um die Entwicklung zugunsten zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen zu bremsen. Sam Altman, Elon Musk und Demis Hassabis stimmten seinen Vorschlägen öffentlich zu.

Die Kläger sehen darin keine lose Debatte, sondern eine wettbewerbswidrige Abstimmung unter direkten Konkurrenten. Zudem verweisen sie auf eine gemeinsame Erklärung führender Mitarbeiter mehrerer KI-Unternehmen vom Juli. Darin hieß es, der starke Wettbewerbsdruck erschwere es einzelnen Anbietern, ihre Entwicklung im Alleingang zu verlangsamen.

Eigene Sicherheitsentscheidungen eines Unternehmens beanstanden die Kläger nicht. Unzulässig sei jedoch eine Vereinbarung, die individuellen Wettbewerb durch gemeinsame Zurückhaltung ersetze. Anthropic, OpenAI, Google und SpaceXAI äußerten sich gegenüber der Associated Press zunächst nicht zu den Vorwürfen.

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Amodei kannte das Kartellrisiko

Amodei hatte mögliche kartellrechtliche Probleme selbst angesprochen. Für Gespräche zwischen den Unternehmen schlug er eine eng begrenzte Ausnahme vom Kartellrecht vor, die von der US-Regierung ermöglicht werden sollte. Altman begrüßte einheitliche staatliche Sicherheitsvorgaben, wollte mit der gemeinsamen Sicherheitsarbeit aber nicht auf eine solche Ausnahme warten.

Politische Unterstützung ist vorerst kaum zu erwarten. US-Präsident Donald Trump lehnt eine Begrenzung der KI-Entwicklung ab und bezeichnete entsprechende Forderungen als »Verschwörung«. Auch der republikanische Senator Josh Hawley sprach sich gegen eine Ausnahme aus, die mächtigen Unternehmen gemeinsame Absprachen erlauben könnte. Ob die öffentlichen Erklärungen für einen Kartellverstoß ausreichen, muss nun das Bundesgericht im nördlichen Bezirk Kaliforniens klären.

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