Karriere-Killer KI? Was Berufseinsteiger jetzt wissen müssen
Routine-Aufgaben fallen weg: Wie sich der Weg zur Fachkraft im Jahr 2026 radikal ändert und was nun zählt.

Der bewährte Karriereweg über monotone Fleißaufgaben zu Beginn einer Laufbahn steht unmittelbar vor dem Aus. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos warnen die CEOs von Google DeepMind und Anthropic übereinstimmend vor einem massiven Wegfall von Einstiegspositionen und Praktika bereits in diesem Jahr.
Warnsignale aus Davos
Die führenden Köpfe der KI-Branche nutzen die Bühne in den Schweizer Alpen für eine deutliche Botschaft an den Arbeitsmarkt. Demis Hassabis, CEO von Google DeepMind, und Dario Amodei, CEO von Anthropic, prognostizieren eine fundamentale Verschiebung der Arbeitsstrukturen. Ihre Kernaussage trifft dabei nicht etwa alte Industrien, sondern gezielt die Wissensarbeit.
Besonders gefährdet sind laut den Experten Rollen, die traditionell als Sprungbrett in die Karriere dienten. Hassabis betont, dass künstliche Intelligenz nun genau jene Aufgaben übernimmt, die bisher Praktikanten und Junioren zur Einarbeitung erledigten. Diese Entwicklung ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern eine Realität des Jahres 2026.
Die Krise des Lernprozesses
Das fundamentale Problem liegt im Wegfall der sogenannten "Drudgery", der mühseligen Routinearbeit. Bisher sammelten Berufseinsteiger durch das Abarbeiten einfacherer, oft repetitiver Tätigkeiten wertvolle Erfahrung und Fachwissen. Wenn KI-Systeme diese Arbeit schneller und fehlerfreier erledigen, fehlt der menschlichen Arbeitskraft die erste Stufe der Kompetenzleiter.
Dario Amodei unterstreicht dieses Dilemma und weist darauf hin, dass das traditionelle "Meister-Lehrling-Modell" in der Wissensarbeit zu zerbrechen droht. Unternehmen stehen nun vor der Herausforderung, neue Wege für die Ausbildung von Nachwuchskräften zu finden. Ohne die Möglichkeit, an einfachen Aufgaben zu wachsen, entsteht eine gefährliche Lücke in der Talententwicklung.
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Beschleunigung statt Stagnation
Die Geschwindigkeit dieser Veränderung nimmt im laufenden Jahr drastisch zu. Während Diskussionen in den Vorjahren oft theoretischer Natur waren, sehen die Tech-Chefs für 2026 und 2027 konkrete wirtschaftliche Verwerfungen. Amodei spricht von einer exponentiellen Beschleunigung der KI-Fähigkeiten, die den Arbeitsmarkt schneller umpflügt als bisherige technologische Revolutionen.
Auch Alex Karp, CEO von Palantir, stößt in das gleiche Horn und zeichnet ein düsteres Bild für Geisteswissenschaftler. Er warnt davor, dass deren Jobs durch die neuen Fähigkeiten der Sprachmodelle besonders stark unter Druck geraten. Die Botschaft aus Davos ist somit eindeutig: Der Schutzraum für geistige Einstiegstätigkeiten hat sich aufgelöst.