Grok-Skandal: EU zwingt Elon Musk zur Beweis-Sicherung bis 2026
Brüssel greift nach schweren Vorwürfen durch und verlangt die lückenlose Dokumentation aller internen Chatbot-Daten von X.

Die Europäische Kommission hat X offiziell angewiesen, sämtliche internen Dokumente zum KI-Chatbot Grok bis Ende 2026 aufzubewahren. Die Anordnung folgt auf massive Vorwürfe über die Generierung illegaler Inhalte und markiert eine neue Eskalationsstufe im regulatorischen Konflikt mit Elon Musk.
Beweissicherung per Gesetz
Die Brüsseler Behörde nutzt für diesen drastischen Schritt die Befugnisse des Digital Services Act (DSA). Dieses EU-Gesetz verpflichtet sehr große Online-Plattformen zu strengen Sicherheitsvorkehrungen gegen rechtswidrige Inhalte. X muss nun alle relevanten Protokolle, Algorithmen-Details und internen Kommunikationswege archivieren, die das Training und die Filtermechanismen von Grok betreffen.
Diese präventive Maßnahme stellt sicher, dass Beweise für mögliche Verstöße nicht nachträglich gelöscht werden können. Die EU-Kommission reagiert damit auf eine Reihe von Vorfällen, die das Vertrauen in die Selbstregulierung der Plattform schwer erschüttert haben. Erst im Dezember 2025 wurde X mit einer Geldstrafe von 120 Millionen Euro belegt, da das Unternehmen Transparenzpflichten massiv verletzt hatte.
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Illegale Inhalte als Auslöser
Hintergrund der aktuellen Anordnung sind Berichte über die Erstellung von kinderpornografischem Material und antisemitischen Inhalten durch die künstliche Intelligenz. Nutzer konnten offenbar die internen Sicherheitsfilter mit einfachen Methoden umgehen, um explizite Deepfakes zu generieren. Ein Deepfake bezeichnet durch KI täuschend echt manipulierte Bilder oder Videos von Personen.
Besonders der sogenannte Spicy-Modus von Grok geriet in die Kritik der Ermittler. Laut EU-Sprecher Thomas Regnier handelte es sich bei den Ausgaben der KI nicht um harmlose Inhalte, sondern um strafrechtlich relevante Darstellungen. Neben der EU haben auch Behörden in Frankreich, Indien und Malaysia eigene Untersuchungen eingeleitet, nachdem Grok ohne Einwilligung sexuelle Bilder von Minderjährigen erzeugt hatte.
Globale Konsequenzen für Musk
Das Vorgehen der EU sendet ein deutliches Signal an die gesamte Branche der generativen künstlichen Intelligenz. Sollte X der Anordnung zur Dokumentensicherung nicht vollständig nachkommen, drohen weitere Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Das Unternehmen von Elon Musk steht nun unter enormem Druck, seine Moderationsprozesse grundlegend zu reformieren.
Während das Entwicklerstudio xAI versucht, die Sicherheitslücken durch Software-Updates zu schließen, bleibt die politische Lage angespannt. Experten bewerten die aktuelle Anordnung als Vorboten für ein mögliches Verfahren, das weitreichende Einschränkungen für den Betrieb von KI-Modellen in Europa nach sich ziehen könnte.