Großbritannien reagiert mit einem Notfallgesetz auf Elon Musk
Bereits die Erstellung von Nacktbildern hat jetzt deutliche Konsequenzen – für die Nutzer!

Die britische Regierung setzt diese Woche vorzeitig ein Gesetz in Kraft, das die Erstellung nicht einvernehmlicher intimer Deepfakes unter Strafe stellt. Auslöser ist Elon Musks KI-Modell Grok, das aktuell eine Welle generierter Nacktbilder verursacht und Datenschutzschützer weltweit alarmiert.
Grok als „Waffe des Missbrauchs“
Die Ereignisse rund um Elon Musks KI-Plattform X überschlagen sich. Nutzer berichten seit Tagen, dass die neueste Version des KI-Modells Grok über keinerlei Sicherheitsfilter bei der Bildgenerierung verfügt. Anwender können harmlose Fotos von Personen hochladen und diese durch die KI digital "ausziehen" lassen.
Diese Funktion, oft als "Nudification" bezeichnet, hat zu einer Flut an gefälschten Nacktaufnahmen geführt. Experten und Opferverbände bezeichnen das Tool in aktuellen Berichten als eine "Waffe des Missbrauchs". Anders als Konkurrenten wie OpenAI oder Google, die strikte Blockaden für solche Inhalte implementiert haben, scheint bei Grok eine fast uneingeschränkte Generierung möglich zu sein.
Anzeige
London zieht die Notbremse
Die britische Regierung unter Tech-Ministerin Liz Kendall reagiert nun mit ungewöhnlicher Härte und Geschwindigkeit auf diese Entwicklung. Ein ursprünglich für später geplantes Gesetz zur Kriminalisierung dieser digitalen Übergriffe wird noch in dieser Woche in Kraft gesetzt. Das Ziel ist es, die rechtliche Lücke zu schließen, die bisher zwischen der Erstellung und der Verbreitung solcher Inhalte klaffte.
Mit der neuen Regelung wird bereits die Erstellung von sexuell expliziten Deepfakes ohne Zustimmung der abgebildeten Person zur Straftat. Die Regierung sendet damit ein klares Signal an Tech-Konzerne, dass der Schutz der Privatsphäre Vorrang vor technologischer Freiheit ohne Verantwortung hat. Es handelt sich um eine direkte legislative Antwort auf die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen bei xAI.
Ofcom startet Ermittlungen gegen X
Parallel zur Gesetzgebung hat die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom eine offizielle Untersuchung gegen die Plattform X eingeleitet. Die Behörde prüft, ob das Unternehmen gegen bestehende Sicherheitsvorschriften verstößt, indem es den Zugang zu solchen KI-Funktionen ungefiltert ermöglicht. Sollten Verstöße festgestellt werden, drohen dem Unternehmen empfindliche Strafen.
Der Druck auf Musk wächst dabei nicht nur durch die Aufsichtsbehörden, sondern auch durch die öffentliche Meinung. Die Untersuchung soll klären, inwieweit X aktive Schritte unternommen hat, um die Verbreitung illegaler Inhalte zu verhindern. Kritiker werfen der Plattform vor, Wachstum und Nutzerzahlen über die Sicherheit von Frauen und Minderjährigen zu stellen.
Internationale Blockaden und Warnungen aus der EU
Die Auswirkungen des Skandals bleiben nicht auf Großbritannien beschränkt. Indonesien und Malaysia haben als erste Nationen drastische Konsequenzen gezogen und den Zugang zu Grok vollständig blockiert. Die Regierungen begründen diesen Schritt mit dem Schutz der nationalen Moral und der Sicherheit ihrer Bürger vor digitaler Belästigung.
Auch die Europäische Union hat sich in die Debatte eingeschaltet. Die EU-Kommission forderte X auf, unverzüglich Maßnahmen gegen die Erstellung sexueller Deepfakes zu ergreifen. Sollte das Unternehmen nicht reagieren, drohen Verfahren auf Basis des Digital Services Act (DSA), die bis zu einer Sperrung der Dienste in Europa führen könnten.