Elon Time in Davos: Warum 2031 das neue Schicksalsjahr ist
Das Ende der menschlichen Überlegenheit ist nah. Musk sieht KI schon Ende dieses Jahres vor jedem Individuum.

Elon Musk prognostiziert auf dem Weltwirtschaftsforum, dass künstliche Intelligenz die gesamte menschliche Intelligenz in nur fünf Jahren übertreffen wird. Diese radikale These verschärft die Debatte um AGI massiv und setzt die konkurrierende Tech-Branche unter enormen Rechtfertigungsdruck.
Die Beschleunigung der Superintelligenz
Bei seinem ersten Auftritt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hielt sich Elon Musk nicht mit diplomatischen Floskeln auf. Der Tesla- und xAI-Chef skizzierte einen Zeitplan für die Entwicklung künstlicher Intelligenz, der selbst für das innovationsfreudige Publikum im Schweizer Alpenort aggressiv wirkt. Schon bis Ende dieses Jahres, also 2026, soll KI in der Lage sein, jeden einzelnen Menschen in kognitiven Fähigkeiten zu übertreffen.
Die eigentliche Zäsur verortet Musk jedoch im Jahr 2031. Innerhalb der nächsten fünf Jahre werde die Rechenleistung so weit skalieren, dass KI klüger sei als die gesamte Menschheit zusammen. Musk stützt diese These auf die derzeitigen "Compute S-Curves", also die exponentiellen Wachstumskurven bei der Verfügbarkeit von Rechenzentren und Trainingsdaten. Für Investoren und Tech-Manager im Publikum war die Botschaft klar: Wer jetzt nicht massiv in Infrastruktur investiert, verliert den Anschluss an die Realität.
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Elon Musk's Full Speech Today At Davos
— stevenmarkryan (@stevenmarkryan) January 23, 2026
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From the World Economic Forum in Davos, Switzerland pic.twitter.com/5JOG0wwE1v
Optimus und die neue Arbeitskraft
Parallel zur digitalen Intelligenz treibt Musk die physische Manifestation der KI voran. Der humanoide Roboter "Optimus" soll bereits 2027 eine Reife erreichen, die einen breiten Einsatz ermöglicht. Musk wiederholte seine Vision, dass es langfristig mehr humanoide Roboter als Menschen auf der Erde geben wird.
Diese Entwicklung würde die globale Wirtschaftsordnung grundlegend verändern, da menschliche Arbeitskraft nicht mehr der limitierende Faktor für Produktivität wäre. Kritiker in Davos wiesen jedoch darauf hin, dass Hardware-Iterationen deutlich langsamer verlaufen als Software-Updates. Die Massenproduktion komplexer Robotik bis 2027 gilt unter Fertigungsexperten als extrem sportliches Ziel, insbesondere angesichts der noch ungelösten Herausforderungen in der Batterietechnik und Feinmotorik.
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Widerspruch der KI-Elite
Musks aggressive Zeitpläne blieben in Davos nicht unwidersprochen. Andere Schwergewichte der Branche, darunter Yann LeCun von Meta und Demis Hassabis von Google DeepMind, waren ebenfalls vor Ort und mahnten zur Nüchternheit. Während Musk die Ankunft der Artificial General Intelligence (AGI) quasi vor der Haustür sieht, betonen Wissenschaftler wie LeCun die immensen Hürden, die noch zwischen heutigen Sprachmodellen und echter, weltverstehender Intelligenz liegen.
Der Disput verdeutlicht den fundamentalen Riss in der KI-Szene. Auf der einen Seite stehen die Visionäre, die reine Rechenleistung mit Intelligenz gleichsetzen. Auf der anderen Seite warnen Forscher davor, statistische Wahrscheinlichkeiten von Textgeneratoren mit echtem logischen Verständnis zu verwechseln. Musk bleibt seiner Linie treu: Er liefert das maximal optimistische Szenario, um Kapital und Talente zu binden.
Der Faktor "Elon Time"
Erfahrene Beobachter ordnen Musks Aussagen mit einer gewissen Skepsis ein. Der Begriff "Elon Time" ist in der Tech-Welt längst ein geflügeltes Wort für Visionen, die zwar eintreffen, aber Jahre später als angekündigt. Das Versprechen von vollständig autonomen Fahrzeugen (Level 5 FSD) wiederholt Musk seit fast einem Jahrzehnt jährlich.
Dennoch wäre es fahrlässig, die Warnung komplett zu ignorieren. Selbst wenn Musk sein Ziel um zwei oder drei Jahre verfehlt, steuert die Industrie auf einen Punkt zu, an dem menschliche kognitive Arbeit in vielen Bereichen obsolet wird. Die Debatte in Davos 2026 dreht sich nicht mehr um das "Ob", sondern nur noch um die Härte des Aufpralls.