Anthropic: Zehn-Milliarden-Dollar-Deal bei 350 Milliarden Bewertung
Der OpenAI-Rivale verdoppelt seinen Wert fast über Nacht und plant bereits den strategischen Börsengang für das Jahr 2026.

Der KI-Spezialist Anthropic sichert sich in einer neuen Finanzierungsrunde zehn Milliarden US-Dollar und erreicht eine Bewertung von 350 Milliarden US-Dollar. Damit verdoppelt das Start-up seinen Marktwert innerhalb weniger Monate und festigt den Status als schärfster OpenAI-Konkurrent.
Investoren setzen auf massives Wachstum
Die geplante Kapitalerhöhung wird maßgeblich vom singapurischen Staatsfonds GIC und der Investmentfirma Coatue Management angeführt. Diese neue Kapitalspritze ergänzt bereits bestehende Zusagen von Schwergewichten wie Nvidia und Microsoft aus dem späten Vorjahr. Ein zentraler Bestandteil dieser Vereinbarungen ist die langfristige Sicherung von Rechenkapazität. Anthropic verpflichtet sich im Gegenzug, Cloud-Dienste von Microsoft Azure im Wert von 30 Milliarden US-Dollar zu nutzen, die mit spezialisierten Prozessoren von Nvidia betrieben werden.
Das frische Kapital dient vor allem der Entwicklung neuer KI-Modelle wie Claude 4. Diese Systeme erfordern immense finanzielle Ressourcen für die notwendige Hardware und hochspezialisierte Fachkräfte. Trotz der hohen Kosten zeigt sich die finanzielle Entwicklung des Unternehmens stabil. Der Jahresumsatz soll von neun Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf voraussichtlich 26 Milliarden US-Dollar im laufenden Jahr steigen. Analysten rechnen damit, dass das Unternehmen bis zum Jahr 2028 die Gewinnschwelle erreicht und somit profitabel arbeitet.
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Strategischer Wettlauf und Börsenpläne
Die aktuelle Bewertung von 350 Milliarden US-Dollar verdeutlicht die Dynamik im Sektor der künstlichen Intelligenz. Erst kürzlich schloss der Konkurrent xAI von Elon Musk eine Finanzierungsrunde ab, die das Unternehmen mit über 230 Milliarden US-Dollar bewertete. Marktführer OpenAI strebt unterdessen Berichten zufolge eine Bewertung von bis zu 750 Milliarden US-Dollar an. Anthropic positioniert sich in diesem Umfeld besonders durch einen Fokus auf Sicherheitsaspekte und ethische Leitplanken bei der Modellentwicklung.
Hinter den Kulissen bereitet das Management bereits den nächsten großen Schritt vor. Das Unternehmen hat die renommierte Anwaltskanzlei Wilson Sonsini beauftragt, um einen möglichen Börsengang noch im Jahr 2026 zu prüfen. Ein solcher Schritt würde frühen Investoren wie Amazon und Google die Möglichkeit bieten, ihre Anteile zu vergolden. Gleichzeitig könnte der Gang an die Börse die nötige Transparenz und das Kapital liefern, um langfristig mit den Infrastruktur-Riesen im Silicon Valley mitzuhalten.