Anguilla mit ai. in den Wolken

Anguilla: Der kleine Inselstaat, der Big Tech abkassiert!

Wie zwei Buchstaben einen ganzen Staat sanieren und warum Amazon jetzt offiziell in den Insel-Hype einsteigt.

Andreas Becker Nano Banana
Anguilla mit ai. in den Wolken

Die Karibikinsel Anguilla verzeichnet einen historischen Meilenstein: Über eine Million Internetadressen mit der Endung .ai sind mittlerweile registriert. Für den kleinen Inselstaat bedeutet dieser anhaltende digitale Boom Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe, die den Staatshaushalt nachhaltig sanieren.

Ein unerwarteter Geldsegen

Was als technischer Zufall begann, hat sich für Anguilla zu einer der wichtigsten Einnahmequellen entwickelt. Die Verwaltung der Top-Level-Domain (TLD) .ai meldet aktuell über eine Million registrierte Domains. Da jede Registrierung eine Gebühr an die Regierung des britischen Überseegebiets abführt, fließen jährlich schätzungsweise über 70 Millionen US-Dollar in die Staatskasse.

Für die rund 15.000 Einwohner der Insel hat dies reale Konsequenzen. Die Einnahmen aus dem Domain-Verkauf decken mittlerweile einen signifikanten Teil des gesamten Staatshaushalts ab. Die Regierung nutzt die Gelder, um Schulden zu tilgen und Infrastrukturprojekte zu finanzieren, ohne die Steuern für die Bürger erhöhen zu müssen.

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Institutionalisierung durch Big Tech

Der Anstieg der Registrierungen ist im Jahr 2026 nicht mehr nur auf spekulative Startups zurückzuführen. Etablierte Technologiekonzerne sichern sich systematisch ihre Markenrechte im .ai-Namensraum, was Experten als "Digital Land Grab" bezeichnen. Unternehmen wie Amazon haben reagiert: Der Cloud-Dienst Amazon Route 53 unterstützt mittlerweile offiziell die Registrierung von .ai-Domains, was die Hürde für Unternehmenskunden deutlich senkt.

Diese Integration in die großen Infrastrukturen des Internets signalisiert, dass die Endung nicht mehr als Nische betrachtet wird. Die Endung hat sich neben .com als Standard für technologiegetriebene Unternehmen etabliert. Analysten sehen hier eine Parallele zur Dotcom-Ära, jedoch mit einer deutlich höheren Eintrittsbarriere durch die vergleichsweise hohen Registrierungskosten der .ai-Domains.

Vom Ländercode zum Tech-Statussymbol

Ursprünglich wurde das Kürzel "ai" im Jahr 1995 als länderspezifische Domain (ccTLD) an Anguilla vergeben, ähnlich wie "de" für Deutschland. Dass diese zwei Buchstaben heute für "Artificial Intelligence" stehen, ist ein glücklicher linguistischer Zufall.

Die Regierung von Anguilla agiert hierbei als pragmatischer Verwalter. Sie hat erkannt, dass die Stabilität und Sicherheit der Registry entscheidend für das Vertrauen der globalen Tech-Community ist. Solange der Fokus der Weltwirtschaft auf künstlicher Intelligenz liegt, wird dieser Geldstrom für die Insel nicht versiegen.

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