Google verkauft KI-Chips an alle: Ist Nvidias Monopol jetzt am Ende?
Meta und Anthropic schlagen zu: Warum der Ironwood-Chip den Markt für immer verändern wird.

Google rüttelt massiv an den Machtverhältnissen der Tech-Branche. Der Konzern bietet seine intern entwickelten KI-Beschleuniger nun direkt zum Kauf an und bricht das Quasi-Monopol von Nvidia auf. Erste Großaufträge von direkten Konkurrenten bestätigen den radikalen Strategiewechsel eindrucksvoll.
Ende der Exklusivität
Jahrelang behielt Google seine Tensor Processing Units (TPUs) für sich. Wer die Rechenpower nutzen wollte, musste die Google Cloud mieten. Dieser Ansatz gehört der Vergangenheit an. Google führt aktuell Gespräche über den direkten Hardware-Verkauf an andere Tech-Größen. Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2027 sollen eine Million TPU-Einheiten den Besitzer wechseln.
Die Nachfrage bestätigt den Kurs. Schwergewichte wie Meta und das KI-Labor Anthropic haben bereits Verträge mit Milliardenvolumen unterzeichnet. Für diese Unternehmen bietet der Deal eine lang ersehnte Alternative zu Nvidias teuren GPUs. Die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten sinkt, während Google eine massive neue Einnahmequelle erschließt.
Ironwood als Leistungsträger
Im Zentrum des Interesses steht die siebte Generation der TPUs, intern "Ironwood" genannt. Diese Chips bilden das hardwareseitige Rückgrat für Googles gefeiertes Modell Gemini 3. Ironwood punktet vor allem durch Effizienz bei großen Sprachmodellen und bietet eine Architektur, die speziell auf Machine Learning ausgelegt ist.
Anders als universell einsetzbare GPUs verzichten TPUs auf unnötigen Ballast. Das macht sie für das Training und die Ausführung riesiger KI-Modelle attraktiv. Mit Ironwood liefert Google nun Hardware, die nicht nur intern funktioniert, sondern auch die hohen Ansprüche externer Rechenzentren erfüllt. Die Technologie hat die Testphase längst verlassen und beweist sich im täglichen Einsatz bei Gemini 3.
Nvidias Dominanz bröckelt
Für den Marktführer Nvidia kommt dieser Schritt zur Unzeit. Der Grafikkarten-Spezialist genoss lange Zeit eine fast uneingeschränkte Preissetzungsmacht. Doch der Verlust von Deals im Wert von potenziell 250 Milliarden US-Dollar an Google hinterlässt Spuren. Nvidia reagierte bereits öffentlich und betonte, weiterhin Lieferant für Google zu bleiben.
Dennoch verschieben sich die Gewichte. Wenn Giganten wie Meta eigene Infrastrukturen auf Google-Silizium aufbauen, verliert Nvidia garantierte Abnehmer. Der Markt diversifiziert sich schneller als erwartet. Google positioniert sich nicht mehr nur als Software-Konzern, sondern als ernsthafter Hardware-Lieferant für die gesamte KI-Industrie.