Elon Musk schaut panisch auf die EU

EU-Kommission greift durch: Elon Musks X steht vor dem Aus

Das Verfahren gegen den KI-Bot Grok eskaliert und Brüssel droht jetzt mit der kompletten Abschaltung der Plattform.

Andreas Becker Nano Banana
Elon Musk schaut panisch auf die EU

Die Europäische Union verschärft den Ton gegen Elon Musks Online-Dienst X und leitet ein formelles Vertragsverletzungsverfahren ein. Auslöser ist der KI-Chatbot Grok, der aufgrund fehlender Sicherheitsmechanismen bei der Erstellung illegaler Deepfakes nun die Existenz der gesamten Plattform in Europa gefährdet.

Pornografische Inhalte ohne Schranken

Kern der Vorwürfe ist die generative Bildfunktion des Chatbots Grok. Anders als Konkurrenzprodukte von OpenAI oder Google verfügt Grok über kaum wirksame ethische Sicherheitsmechanismen. Nutzer konnten problemlos fotorealistische, sexualisierte Darstellungen von echten Personen generieren. Diese sogenannten Deepfakes betrafen in jüngster Zeit vermehrt prominente Persönlichkeiten und Politiker, was in Brüssel die Alarmglocken schrillen ließ.

Die EU-Kommission sieht hierin einen klaren Verstoß gegen den Digital Services Act (DSA). Plattformen mit der Größe von X, die als "Very Large Online Platforms" (VLOPs) eingestuft sind, tragen eine besondere Verantwortung für die Risikominimierung. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, nicht genug gegen die Verbreitung dieser illegalen Inhalte unternommen zu haben. Musk hatte die KI ursprünglich als "weniger woke" Alternative am Markt positioniert, was nun zu einem Bumerang wird.

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EU droht mit der härtesten Waffe

Das eröffnete Verfahren ist mehr als ein Warnschuss. Sollte X die Bedenken der Kommission nicht zeitnah ausräumen, drohen empfindliche Strafen. Diese können bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes betragen. Da Musk den Dienst jedoch finanziell bereits stark belastet hat, wiegt eine andere Option schwerer: Die Kommission stellt eine vorübergehende oder dauerhafte Sperrung des Dienstes in der gesamten Europäischen Union in den Raum.

Ein solcher Schritt wäre historisch und würde X einen seiner wichtigsten Märkte kosten. Die Kommission betont, dass der Schutz der Bürger vor manipulativen und missbräuchlichen KI-Inhalten Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen hat. Die technische Infrastruktur für eine solche Blockade ("Netzsperre") wäre auf Provider-Ebene durchsetzbar, sollte sich X weigern, den Chatbot für EU-Nutzer einzuschränken oder abzuschalten.

Einigung nach philippinischem Vorbild?

Ein Blick nach Asien zeigt, wie der Konflikt enden könnte. Auch die Philippinen hatten den Zugang zu Grok kürzlich blockiert, nachdem ähnliche Sicherheitsbedenken laut wurden. Dort wurde die Sperre jedoch wieder aufgehoben. X hatte sich in einem Sicherheits-Deal verpflichtet, striktere Filtermechanismen zu implementieren und lokale Gesetze zu respektieren.

Ob Musk bereit ist, diesen Kompromiss auch mit der deutlich strengeren EU einzugehen, bleibt offen. Bisher reagierte der Tech-Milliardär auf europäische Regulierung oft mit Trotz. Doch angesichts der drohenden Komplettabschaltung könnte der wirtschaftliche Druck diesmal zu groß für ideologische Spielchen sein. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob X in Europa online bleibt oder ob der Bildschirm schwarz wird.

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