Google's grüne Ziele in Gefahr

Wie der KI-Hype die Klimabilanz ruiniert – droht ein Imageschaden?

AyCaramba, am 03.07.2024

Google Rechenzentrum und Stromverbrauch

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Du denkst bei Google an bunte Logos und smarte Suchanfragen? Nun, hinter den Kulissen sieht es weniger farbenfroh aus. Denn der Tech-Riese hat ein massives CO2-Problem, das durch den aktuellen Hype um Künstliche Intelligenz (KI) noch befeuert wird.

Googles neuester Umweltbericht liest sich wie ein Alarmsignal: Seit 2019 sind die Treibhausgasemissionen des Unternehmens um satte 48 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr allein verursachte Google 14,3 Millionen Tonnen CO2-Emissionen – das entspricht in etwa der jährlichen Umweltbelastung von 38 Gaskraftwerken. Ein alarmierender Trend, vor allem wenn man bedenkt, dass Google sich eigentlich zum Ziel gesetzt hatte, seine Emissionen bis 2030 zu halbieren.

Gemini: Googles KI-Stern am CO2-Himmel

Schuld an dieser Misere sind vor allem die energiehungrigen Datenzentren, die das Rückgrat von Googles KI-Ambitionen bilden. Denn das Unternehmen steckt mitten in seiner "Gemini-Ära": Die Suchmaschine wird mit generativer KI aufgemöbelt und auch andere Google-Produkte sollen von der schlauen Technologie profitieren.

Doch dieser KI-Boom hat seinen Preis, wie der Umweltbericht unumwunden zugibt: "Da wir KI weiter in unsere Produkte integrieren, könnte die Reduzierung von Emissionen aufgrund des steigenden Energiebedarfs durch die höhere Intensität der KI-Berechnungen und der Emissionen im Zusammenhang mit den erwarteten Erhöhungen unserer Investitionen in die technische Infrastruktur eine Herausforderung darstellen."

Die Stromrechnung explodiert

Allein der Stromverbrauch der Google-Rechenzentren stieg 2023 um 17 Prozent – und dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Laut eigenen Schätzungen war Google im vergangenen Jahr für bis zu 10 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs von Rechenzentren verantwortlich.

Zugegeben, Google ist nicht das einzige Unternehmen, das mit den ökologischen Folgen des KI-Booms kämpft. Auch Microsoft musste kürzlich einen Anstieg der Treibhausgasemissionen um rund 30 Prozent seit 2020 eingestehen.

Klimaziele in Gefahr?

Google versucht zwar gegenzusteuern, indem es KI-Modelle, Hardware und Rechenzentren energieeffizienter gestalten will. Außerdem hat sich das Unternehmen vorgenommen, bis 2030 in jedem Stromnetz, an das es angeschlossen ist, rund um die Uhr mit CO2-freier Energie zu arbeiten.

Doch ob diese Maßnahmen ausreichen, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen, bleibt fraglich. Denn der KI-Hunger nach Energie ist enorm und könnte die Fortschritte bei der Emissionsreduzierung zunichtemachen. Es bleibt abzuwarten, ob Google den Spagat zwischen technologischem Fortschritt und Umweltschutz meistern kann.

Short

Kurze Zusammenfassung vom Inhalt:

  • Google's CO2-Emissionen sind seit 2019 um 48 Prozent gestiegen, entgegen den selbstgesteckten Klimazielen.

  • Der Anstieg ist hauptsächlich auf den Energieverbrauch der Datenzentren zurückzuführen, die durch den KI-Boom befeuert werden.

  • Google's "Gemini-Ära" – die Integration von KI in alle Produkte – verschärft das Problem weiter.

  • Google versucht gegenzusteuern, indem es KI-Modelle, Hardware und Rechenzentren effizienter gestalten will.

  • Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen, bleibt fraglich.

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