EU prüft Anthropic und OpenAI

EU erhält Zugang zu GPT-Cyber, aber nicht Claude Mythos

Während OpenAI kooperiert, hält Konkurrent Anthropic sein neues Modell Mythos wegen enormer Risiken unter Verschluss.

Andreas Becker GPT-Images-2.0
EU prüft Anthropic und OpenAI

OpenAI gewährt europäischen Aufsichtsbehörden proaktiv einen direkten Einblick in das neue KI-Modell GPT-5.5-Cyber. Konkurrent Anthropic verweigert der Europäischen Union hingegen bislang den Vorabzugang zu seinem mächtigen, aber riskanten Sicherheitsmodell Mythos.

Unterschiedliche Transparenz bei Entwicklern

Die Europäische Kommission führt momentan intensive Gespräche mit führenden KI-Entwicklern. Dabei offenbart sich ein merklicher Kontrast im Umgang mit staatlichen Prüfern. OpenAI bietet europäischen Institutionen wie der Cybersicherheitsagentur ENISA und dem AI-Office von sich aus an, das neueste Modell ausgiebig zu testen.

Dieser frühe Zugriff verschafft den Behörden die Möglichkeit, die Markteinführung der Technologie analytisch zu begleiten. Regulierer können dadurch mögliche Gefahren für die Cybersicherheit wesentlich schneller erkennen. Zuvor analysierten lediglich spezialisierte Sicherheitsteams eine stark limitierte Vorabversion von Cyber.

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Anthropics restriktiver Ansatz

Wesentlich verschlossener agiert das US-Unternehmen Anthropic. Obwohl nach offiziellen Angaben bereits mehrere Treffen mit der Kommission stattfanden, existiert für das Modell Mythos aktuell kein Prüfzugang für EU-Stellen.

Dieses spezielle KI-Modell verfügt über weitreichende technische Fähigkeiten. Auf einen einfachen Prompt hin identifiziert und attackiert es völlig eigenständig Sicherheitslücken in populären Betriebssystemen sowie Webbrowsern. Anthropic bewertet Mythos intern als derart riskant, dass das Unternehmen eine übliche Vorabfreigabe blockiert.

Deshalb beschränkt das Entwicklerstudio den Zugriff strikt auf wenige Technologiepartner und ausgewählte Cybersicherheitsfirmen. Europäische Institutionen bleiben vorerst außen vor, während das britische AI Security Institute die Technologie bereits evaluieren durfte. Angesichts der enormen Fähigkeiten des Programms äußerte auch das deutsche BSI unlängst konkrete Bedenken.

Regulierung trifft auf Realität

Diese Dynamik illustriert die aktuelle Verhandlungsposition der europäischen Aufsichtsbehörden. Zwar etablierte die Politik mit dem AI Act umfassende gesetzliche Regeln, der unmittelbare technische Zugang zu den modernsten KI-Modellen fehlt den Kontrolleuren in der Praxis jedoch oft.

Aus diesem Grund werten Kommissionssprecher die gegenwärtige Offenheit von OpenAI als wichtigen Schritt. Sie liefert den Behörden genau jene tiefen Dateneinblicke, die beim Konkurrenzprodukt schlichtweg fehlen. Parallel dazu forcieren die Institutionen nun den Abschluss weiterer Vorhaben wie dem europäischen Cybersecurity-Act.

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