Eine Anthropic Mauer mit Chats

Datenleck bei Claude legt private Nutzerdaten offen

Tausende geteilte KI-Chats landeten ungeschützt in der Google-Suche. Darunter befanden sich auch sensible Firmendaten und Passwörter.

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Eine Anthropic Mauer mit Chats

Durch einen fehlenden Code-Eintrag waren Tausende geteilte Unterhaltungen mit dem KI-Chatbot Claude öffentlich in Suchmaschinen sichtbar. Darunter fanden sich neben harmlosen Alltagsfragen auch sensible Firmendaten, Lebensläufe und Krypto-Schlüssel.

Fehlender Schutz führt zu Indexierung

Wer bei Claude einen Chat über die Funktion »Mit Link teilen« freigibt, erzeugt einen öffentlichen Schnappschuss der Unterhaltung. Dieser Freigabelink war jedoch nicht durch einen sogenannten Noindex-Tag geschützt. Dadurch konnten Suchmaschinen wie Google, Bing oder Brave die Seiten problemlos erfassen und in ihre Ergebnislisten aufnehmen.

Nutzer auf Reddit entdeckten, dass bereits die einfache Suchanfrage »site:claude.ai/share« ausreichte, um Tausende fremde Konversationen mitzulesen. Neben reinen Textchats waren auch Artefakte betroffen. Das sind von Nutzern generierte Dokumente, Code-Snippets oder Web-Anwendungen, die direkt in der Chat-Oberfläche laufen.

OpenAI hatte im vergangenen Jahr einen identischen Fehler gemacht und die Teilen-Funktion für ChatGPT daraufhin vorübergehend deaktiviert.

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Sensible Einblicke in den Alltag

Viele Menschen verwenden Claude als Berater, Kollegenersatz oder Therapeuten für persönliche Sorgen. Die meisten der unfreiwillig veröffentlichten Gespräche waren laut Beobachtern jedoch harmlos.

Die Suchmaschinen listeten allerdings auch hochsensible Informationen auf, darunter anwaltliche Recherchen zu Regelverstößen, geheime Beziehungsprobleme und detailliert geplante Seitensprünge. Auch Zugangsdaten und Informationen zu Krypto-Wallets ließen sich über die Suchmaschinen abrufen.

So schützen Nutzer ihre Daten

Anthropic hat das Problem offenbar zügig behoben. Aus den Google-Ergebnissen verschwanden die fremden Unterhaltungen schnell. Bei alternativen Suchmaschinen wie Bing und Brave blieben die Treffer allerdings etwas länger abrufbar.

Grundsätzlich sind alle Claude-Chats privat. Das Datenleck betrifft ausschließlich Unterhaltungen, für die Anwender aktiv einen Freigabelink erzeugt haben.

Wer auf Nummer sicher gehen will, prüft seine Freigaben in den Kontoeinstellungen unter »Privacy« im Bereich »Shared chats«. Dort lassen sich aktive Links jederzeit mit einem Klick auf »Unshare« deaktivieren.

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