OpenAI-Präsident Greg Brockman hat das Zeitalter der allgemeinen künstlichen Intelligenz ausgerufen. Mit GPT-6 Astra stellt das Unternehmen ein KI-Modell vor, das Computerprogramme wie ein menschlicher Anwender bedient. Rückblickend werde man dieses Modell als Beginn von AGI betrachten.
Update: Weitere Informationen ergänzt
Training auf Stargate und Grenzen der Überwachung
Das Modell entstand auf der Stargate-Infrastruktur mit mehr als 100.000 DBUs. Erstmals überwachten ältere KI-Generationen das Vortraining der neuen Architektur. Forscher Aidan Clark bezeichnete das Ergebnis als den bisher größten Leistungssprung des Unternehmens.
Chefwissenschaftler Jakub Pachocki betonte jedoch, dass höhere Fähigkeiten auch neue Risiken mit sich bringen. OpenAI kontrolliert dazu die internen Denkprozesse des Modells, um Fehlverhalten frühzeitig zu erkennen.
Allerdings werde diese Prüfung mit jeder Generation schwieriger. Sollte die Kontrollierbarkeit weiter sinken, will OpenAI das Skalieren künftiger Modelle vorübergehend stoppen.
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Computerbedienung im Alltag und Büro
Im Mittelpunkt des Modells steht die direkte Computerbedienung. Astra steuert Browser, Büroprogramme und Desktop-Software über dieselbe Bildschirmoberfläche, die auch Menschen nutzen. Entwickler müssen für Routinearbeiten nicht mehr für jede Anwendung eigene Schnittstellen programmieren.
In Tests buchte Astra Behördentermine, filterte Jobangebote und suchte Wohnungen schneller als durchschnittliche Anwender. Zudem füllt das Modell Onlineformulare aus, pflegt Datenbanken und bedient CAD-Programme wie KiCad oder FreeCAD. Nutzer stoßen komplexe Arbeitsabläufe per Sprach- oder Texteingabe an und überwachen das Ergebnis, statt jeden Zwischenschritt im Chat abzufragen.
Deutlicher Zuwachs in Mathematik und Programmiertests
Die veröffentlichten Benchmark-Ergebnisse zeigen bei anspruchsvollen Aufgaben klare Zuwächse. Im Mathematiktest FrontierMath Tier 4 v2 erreicht Astra 97,6 Prozent. GPT-5.6 Sol lag bei 83,0 Prozent, während Anthropics Spitzenmodell Claude Opus 5 auf 73,2 Prozent und Claude Fable 5.1 auf 87,8 Prozent kamen.
Im Logiktest ARC-AGI-3 erzielt Astra 98,6 Prozent. GPT-5.6 Sol erreichte in diesem Benchmark 7,8 Prozent und Claude Opus 5 30,2 Prozent. Astra nutzte bei der Messung allerdings eine spezielle API-Umgebung mit zusätzlichen Softwaremechanismen.
Im Entwicklertest DeepSWE v1.1 führt Astra mit 74,1 Prozent knapp vor Googles Gemini 3.8 Flash mit 73,7 Prozent sowie Claude Opus 5 mit 68,8 Prozent. Bei Terminal-Bench Science 0.1 verbesserte sich der Wert gegenüber GPT-5.6 Sol von 22,4 Prozent auf 64,6 Prozent. Im Sicherheitstest ExploitBench löste das Modell 100 Prozent der Aufgaben.
Quelle: OpenAI / thenewstack
Insgesamt darf man es als das aktuell stärkste KI-Modell der Welt betrachten. Damit ist OpenAI nach langer Zeit wieder vor Anthropic.
Druck vor dem Börsengang
Der Veröffentlichungszeitpunkt ist für OpenAI wichtig. Das Unternehmen forciert sein Wachstum im Vorfeld eines geplanten Börsengangs und steht im direkten Wettbewerb mit Anthropic, das ebenfalls an die Börse drängt.
Der Rollout beginnt für Firmenkunden im Daybreak-Programm. In den kommenden Tagen wird Astra für Abonnenten von ChatGPT Plus, Pro und Business freigeschaltet. Ob und wann Nutzer ohne kostenpflichtiges Abonnement Zugriff erhalten, ließ OpenAI offen.

