Anthropic zerstört OpenAI im B2B-Markt
Neue Daten zeigen einen Marktanteil von 90 Prozent für Anthropic. CEO Dario Amodei warnt gleichzeitig vor dem rasanten KI-Tempo.

Anthropic sichert seine Marktführerschaft bei den API-Ausgaben amerikanischer Unternehmen ab und erreicht eine Umsatz-Run-Rate von knapp 19 Milliarden US-Dollar. Anthropic-CEO Dario Amodei ordnet diese Entwicklung auf der Morgan-Stanley-TMT-Konferenz ein und prognostiziert technologische Sprünge, auf die die Wirtschaft unzureichend vorbereitet sei.
Claude 4.5 dominiert die Firmenbudgets
Anthropic beherrscht den Markt für direkte API-Anbindungen im Geschäftskundenbereich. Laut aktuellen Auswertungen des Finanzdienstleisters Ramp entfielen im Februar 2026 rund 90 Prozent der Firmenausgaben in diesem Sektor auf das Unternehmen.
Die Daten zeigen dabei eine rasante interne Verschiebung. Die älteren Modelle wurden in den vergangenen Monaten fast vollständig durch Claude 4.5 Sonnet und Claude 4.5 Opus ersetzt. Konkurrent OpenAI konnte im November 2025 zwar kurzzeitig einen Marktanteil von gut 20 Prozent erobern, fiel zuletzt aber wieder auf einen einstelligen Wert zurück.
Quelle: ramp.com/data
Über APIs integrieren Firmen die KI-Modelle direkt in ihre eigenen Systeme und Produkte. Diese Ausgaben gelten als verlässlicher Indikator für die tatsächliche kommerzielle Nutzung der Technologie. Ein wesentlicher Treiber für die anhaltende Dominanz von Anthropic ist die hohe Nachfrage nach spezialisierter Code-Generierung.
Produkte wie Claude Code beschleunigen die Softwareentwicklung derzeit stark. Dies führt bereits dazu, dass etablierte Anbieter von Software-as-a-Service (SaaS) Kursverluste an der Börse verzeichnen. Unternehmen gehen zunehmend dazu über, ihre Softwareanwendungen kostengünstig selbst zu schreiben oder anzupassen.
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Das Schachbrett-Gleichnis
Der finanzielle Aufstieg deckt sich mit den technologischen Erwartungen der Führungsspitze. Auf der Morgan-Stanley-TMT-Konferenz griff Dario Amodei auf das bekannte Gleichnis vom Schachbrett und den Reiskörnern zurück, um das exponentielle Wachstum der KI-Systeme zu veranschaulichen.
Bei diesem Gedankenexperiment verdoppelt sich die Menge auf jedem neuen Feld. Amodei verortet den gegenwärtigen Stand der KI-Entwicklung bei Feld 40 von insgesamt 64.
Ab diesem Punkt wachsen die Fähigkeiten der Modelle unvorstellbar schnell an. Er betonte in seinem Vortrag, dass selbst Fachleute von diesem Tempo überrascht sein werden. Niemand sei auf die kommenden Veränderungen wirklich vorbereitet. Wir stehen laut Amodei an der Schwelle zu etwas Unglaublichem.
19 Milliarden Dollar Run-Rate
Diese technologischen Erwartungen übersetzen sich direkt in das aktuelle Geschäftsergebnis. Anthropic steigerte seine hochgerechnete Jahresumsatz-Rate innerhalb weniger Monate auf fast 19 Milliarden US-Dollar. Der B2B-Markt konzentriert sich zunehmend auf Anbieter, die verlässliche Ergebnisse beim Reasoning und Programmieren liefern.
