Der Isaac 0 Roboter faltet Wäsche

Weave Robotics verkauft Wäsche-Roboter Isaac 0 für 8.000 US-Dollar

Das Startup setzt auf Teleoperation durch Menschen, um technische Grenzen bei komplexen Textilien im Haushalt zu überwinden.

Andreas Becker Weave Robotics
Der Isaac 0 Roboter faltet Wäsche

Das US-Startup Weave Robotics öffnet die Bestellbücher für seinen ersten Haushaltsroboter „Isaac 0“. Das 7.999 US-Dollar teure System soll autonom Wäsche falten, greift bei komplexen Aufgaben jedoch auf menschliche Fernsteuerung zurück.

Hardware-Architektur und Kinematik

Anders als gescheiterte Vorgängerprojekte wie „Laundroid“, die auf kühlschrankgroße, stationäre Kästen setzten, konzipiert Weave Robotics den Isaac 0 als mobile Plattform. Das Gerät verfügt über eine verfahrbare Basis, einen höhenverstellbaren Torso sowie zwei Manipulatoren mit Greifern. Kamerasensoren im Kopfbereich erfassen die Umgebung und die zu bearbeitenden Textilien.

Die Funktionsweise zielt auf unsortierte Wäscheberge ab. Der Roboter entnimmt einzelne Kleidungsstücke, analysiert deren Art sowie Lage im Raum und führt anschließend den Faltvorgang durch. Laut Herstellerangaben bewältigt die Mechanik Standardtextilien wie T-Shirts und Hosen zuverlässig. Bei formlosen oder kleinteiligen Objekten wie Socken stößt die aktuelle Kinematik jedoch an physikalische Grenzen. Die Hardware ist als generische Plattform ausgelegt, die perspektivisch auch andere Aufräumarbeiten im Haushalt übernehmen soll.

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Autonomie durch Fernsteuerung

Technisch relevant ist der Umgang mit der begrenzten Zuverlässigkeit aktueller KI-Modelle bei der Manipulation weicher, verformbarer Objekte. Weave Robotics setzt nicht auf volle Autonomie, sondern integriert eine Teleoperations-Schnittstelle. Erkennt die Software eine Situation, die sie nicht sicher lösen kann – etwa ein verheddertes Kleidungsstück –, übernimmt ein menschlicher Operateur über eine Internetverbindung die Kontrolle.

Dieser „Human-in-the-Loop“-Ansatz dient als Brückentechnologie. Die manuellen Eingriffe korrigieren nicht nur akute Fehler, sondern generieren gleichzeitig Trainingsdaten für das neuronale Netz. Mit jedem manuellen Eingriff soll die Fehlerrate des Systems sinken. Für den Nutzer bedeutet dies jedoch, dass Kameras und Mikrofone permanent aktiv sein müssen und Daten an die Server des Herstellers fließen. Weave Robotics versichert zwar strenge Datenschutzprotokolle, doch die physische Präsenz vernetzter Sensorik im privaten Wohnraum bleibt eine Hürde.

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Markteinordnung und Preispunkt

Mit einem Verkaufspreis von 7.999 US-Dollar und einer erforderlichen Anzahlung von 1.000 US-Dollar adressiert das Y-Combinator-geförderte Startup ausschließlich Early Adopters. Der Preis reflektiert die komplexe Mechatronik und die notwendige Server-Infrastruktur für die Teleoperation.

In der Praxis muss sich zeigen, ob die Arbeitsgeschwindigkeit des Isaac 0 den hohen Anschaffungspreis rechtfertigt. Bisherige Versuche in diesem Segment scheiterten meist an der Diskrepanz zwischen technischer Komplexität und dem geringen Mehrwert für den Endkunden. Die Auslieferung der ersten Einheiten soll den Beweis antreten, dass Robotik im Jahr 2026 über reine Saug- und Wischfunktionen hinausgehen kann.

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