Waymo-Robotaxis überholen haltende Schulbusse in Texas
Die Verkehrssicherheitsbehörden NTSB und NHTSA leiten Untersuchungen ein. Die autonomen Fahrzeuge erkannten ausgefahrene Stoppschilder nicht richtig.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB untersucht aktuell Vorfälle in Austin, Texas, bei denen autonome Fahrzeuge von Waymo haltende Schulbusse ignorierten. Die Robotaxis fuhren verbotenerweise an den Bussen mit aktivierten Warnblinkanlagen und ausgefahrenen Stoppschildern vorbei.
Behörden prüfen autonome Fahrten
Nach neuen Berichten der Nachrichtenagentur Reuters rücken die Fahrprotokolle von Waymo in den Fokus der Ermittler. Die Fahrzeuge erfassten die visuellen Signale der Schulbusse in mehreren dokumentierten Fällen nicht richtig.
Anstatt vorschriftsmäßig anzuhalten, setzten die Autos ihre Fahrt unvermindert fort.
Das gefährdet ein- und aussteigende Kinder im Straßenverkehr. Aus diesem Grund fordern die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) und das NTSB nun detaillierte Telemetriedaten von Waymo an. Auch offizielle Beschwerden des lokalen Schulbezirks in Austin fließen in die Untersuchung ein. Die Ermittler wollen exakt nachvollziehen, warum die Algorithmen in diesen kritischen Momenten falsche Entscheidungen trafen.
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Komplexe Sensorik im Alltag
Die Fehlerquelle liegt nach ersten technischen Einschätzungen in der Auswertung der gesammelten Sensordaten. Autonome Autos nutzen Kameras, Radar und Lidar, um ihre Umgebung in Echtzeit zu scannen.
Die Hardware erkennt den Bus physisch problemlos als großes Objekt auf der Fahrbahn. Dennoch interpretiert die künstliche Intelligenz die Gesamtsituation fehlerhaft. Ein haltender Schulbus mit blinkenden Lichtern und einem kleinen, klappbaren Stoppschild ist ein sehr spezielles Szenario. Die Software stuft das Hindernis in diesen Momenten fälschlicherweise als normalen, parkenden Verkehrsteilnehmer ein, den das Fahrzeug umfahren darf.
Solche Fehlinterpretationen zeigen eine bekannte Schwäche aktueller KI-Modelle im Straßenverkehr. Maschinelles Lernen erfordert präzise Trainingsdaten. Seltene, komplexe Kombinationen von Lichtsignalen überfordern die Logik der Computer gelegentlich noch immer.
Nachbesserungen bei der Software
Die laufenden Ermittlungen bedeuten vorerst keinen generellen Stopp für die Robotaxis in Texas. Sie zwingen Waymo jedoch zu genauen Analysen und zeitnahen Updates der Systeme.
Das Unternehmen entwickelt laut eigenen Angaben bereits Anpassungen, welche die Bilderkennung gezielt für Schulbusse verbessern. Sobald die Behörden die angeforderten Untersuchungsergebnisse vollständig ausgewertet haben, entscheiden sie über mögliche neue Auflagen für den Betrieb der Fahrzeuge.