Anonymisierung von privaten Daten

Neue Chrome-Erweiterung schützt private Daten vor ChatGPT

Die vom DFKI entwickelte Erweiterung anonymisiert private Daten lokal, bevor sie an ChatGPT, Gemini oder Claude gesendet werden.

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Anonymisierung von privaten Daten

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz hat mit »Privacy Guardrail« eine neue Chrome-Erweiterung veröffentlicht, die sensible Daten in Prompts lokal im Browser anonymisiert. Die Software ersetzt vertrauliche Informationen vor dem Absenden an Dienste wie ChatGPT durch Platzhalter.

Lokale Verarbeitung statt externer Server

Bei der Nutzung generativer KI landen oft ungewollt interne Dokumente oder Kundendaten bei externen Anbietern. Die neue Open-Source-Software setzt an diesem Punkt an und filtert die Eingaben direkt auf dem Rechner der Anwender. Alle Vorgänge finden ausschließlich im lokalen Chrome-Profil statt.

Ein Übertragen an fremde Server zur Analyse entfällt komplett. Das System tauscht erkannte private Passagen gegen neutrale Begriffe wie »[PERSON_1]« oder »[EMAIL_1]« aus. Nach der Antwort des KI-Modells stellt die Erweiterung den ursprünglichen Text lokal wieder her.

Nutzer behalten dadurch die Kontrolle über ihre Informationen. Sie können die vorgeschlagenen Änderungen vor dem Versand überprüfen, anpassen oder bei Bedarf ignorieren.

Quelle: dfki

Zwei Ebenen der Datenkontrolle

Technisch stützt sich Privacy Guardrail auf eine Kombination aus festen Regeln und einem lokalen KI-Modell. Für strukturierte Formate wie IP-Adressen oder Kreditkartennummern greift eine klassische, deterministische Suche.

Komplexe und kontextabhängige Begriffe wie Namen oder Orte erkennt die KI-Komponente. Die Inferenz läuft im Idealfall direkt über die Grafikkarte, sofern WebGPU zur Verfügung steht. Bei leistungsschwächeren Rechnern übernimmt der Hauptprozessor diese Aufgabe in einer reduzierten Form.

Quelle: dfki

Offener Quellcode und ehrliche Grenzen

Das Forschungsinstitut bietet die Erweiterung auf GitHub unter der Apache-2.0-Lizenz an. Der offene Quellcode ermöglicht eine unabhängige Überprüfung der Software. Derzeit unterstützt das Programm die Desktop-Versionen der Plattformen von OpenAI, Anthropic und Google.

Die Entwickler weisen transparent auf die technischen Einschränkungen des Systems hin. Die Software kann sensible Stellen übersehen oder harmlose Begriffe falsch markieren. Das Projekt versteht sich als unterstützende Maßnahme und nicht als absolute Garantie für Datenschutzrichtlinien.

Zukünftige Updates sollen die Erkennungsrate verbessern und effizientere lokale KI-Modelle integrieren. Das Team plant zudem, die Kompatibilität auf weitere Browser und mobile Endgeräte auszuweiten.

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