Ein Telekom Rechenzentrum am Eisenbach Fluss

Deutsche Telekom startet größtes KI-Rechenzentrum in Deutschland

Münchner Rechenzentrum nutzt Eisbach-Kühlung und modernste Nvidia-Hardware für DSGVO-konformes Training industrieller KI-Modelle.

Andreas Becker Nano Banana
Ein Telekom Rechenzentrum am Eisenbach Fluss

Deutschland erhält ab heute eine souveräne Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Deutsche Telekom und Nvidia haben in München die leistungsstärkste industrielle KI-Cloud des Landes eröffnet, die auf 10.000 Blackwell-Grafikprozessoren setzt und sensible Daten konform in Europa verarbeitet.

Zugriff auf Nvidias Blackwell-Architektur

Das Herzstück der heute eröffneten Anlage bildet die neueste Chip-Generation von Nvidia. Mit der Integration von 10.000 Blackwell-GPUs sichert sich die Telekom eine der leistungsfähigsten Infrastrukturen, die aktuell weltweit verfügbar sind. Diese Rechenpower ist notwendig, um komplexe generative KI-Modelle nicht nur anzuwenden, sondern spezifisch für industrielle Zwecke zu trainieren. Unternehmen mieten über die Plattform keine einfachen Serverkapazitäten. Sie erhalten direkten Zugang zur Nvidia AI Enterprise-Software, was die Entwicklung eigener Anwendungen durch vorgefertigte Tools drastisch beschleunigt.

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Unabhängigkeit von US-Hyperscalern

Für den Wirtschaftsstandort Deutschland schließt dieses Projekt eine kritische Lücke in der digitalen Souveränität. Bislang waren deutsche Unternehmen für High-End-KI-Workloads fast ausschließlich auf die großen US-Anbieter wie AWS, Google oder Microsoft angewiesen. Das neue Rechenzentrum bietet nun eine Alternative, die technologisch auf Augenhöhe mit den Hyperscalern agiert, aber rechtlich komplett im europäischen Raum verankert ist.

Sicherheit und Compliance stehen dabei im Vordergrund. Gerade in der Automobilindustrie, im Gesundheitswesen und im Maschinenbau sind Forschungsdaten streng gehütete Betriebsgeheimnisse. Durch die physische Datenhaltung in München und den Betrieb durch T-Systems entfallen rechtliche Unsicherheiten bezüglich außereuropäischer Zugriffe. Die Daten verbleiben garantiert im Rechtsraum der DSGVO. Zudem ermöglicht die geografische Nähe extrem kurze Latenzzeiten, was für Echtzeitanwendungen in der vernetzten Produktion unerlässlich ist.

Effizienz durch lokale Ressourcen

Der Standort im Münchner Tucherpark wurde strategisch gewählt und setzt auf ein fortschrittliches Energiekonzept. Der Betrieb solch massiver GPU-Cluster erzeugt enorme Abwärme, die herkömmliche Klimaanlagen vor Probleme stellt. Das Kühlsystem greift hier direkt auf das lokale Grundwasser und den benachbarten Eisbach zurück.

Diese direkte Flüssigkeitskühlung arbeitet deutlich effizienter als konventionelle Luftkühlungssysteme. Sie ermöglicht eine höhere Packdichte der Server-Racks, ohne dass die Hardware unter Last drosseln muss. Die Telekom etabliert damit einen Standard für künftige Hochleistungsrechenzentren, die den Spagat zwischen maximaler Rechenleistung und einem vertretbaren ökologischen Fußdruck bewältigen müssen.

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