ChatGPT 5.2 nur noch auf Rang 16 beim kreativen Schreiben
Sam Altman bestätigt, dass die Textqualität zugunsten der Programmierfähigkeiten geopfert wurde.

Wer sich zuletzt über hölzerne Formulierungen oder untypische Fehler bei GPT-5.2 gewundert hat, liegt richtig. OpenAI-Chef Sam Altman bestätigt die Beobachtung vieler Nutzer: Die Priorisierung von Programmierfähigkeiten ging zulasten der Textqualität.
Anzeige
Fokus auf Logik statt Prosa
Das Gefühl täuscht nicht: Die generierten Texte der neuesten GPT-Modelle wirken oft sperrig und weniger elegant als noch bei den Vorgängerversionen. In einem aktuellen Gespräch räumte Sam Altman unumwunden ein: "Wir haben das vermasselt." Die Entwicklung von GPT-5.2 stand unter der Prämisse, die Fähigkeiten in den Bereichen logisches Denken und Programmieren massiv zu steigern.
Da die Ressourcen auch bei OpenAI endlich sind, musste das Team Schwerpunkte setzen. Man entschied sich bewusst dafür, die "Intelligenz" bei technischen Aufgaben wie Coding und Engineering zu maximieren. Die Fähigkeit zu kreativem, flüssigem Schreiben geriet dabei ins Hintertreffen. Altman beschreibt die aktuellen Modelle als "spiky" – sie zeigen extreme Leistungsspitzen in bestimmten Nischen, fallen in anderen Basisdisziplinen aber ab.
Das Ziel für kommende Versionen wie ein potenzielles GPT-5.3 ist laut Altman die Rückkehr zu einem ausgewogenen General-Purpose-Modell. Man wolle die Schreibkompetenz wieder auf das Niveau der technischen Fähigkeiten heben. Aktuell scheint der Fokus auf Code-Generierung jedoch weiterhin die strategisch wichtigste Komponente für das Unternehmen zu sein.
Twitter Beitrag - Cookies links unten aktivieren.
BREAKING: OpenAI CEO admits they sacrificed ChatGPT’s creative writing to chase coding
— NIK (@ns123abc) January 27, 2026
Sam Altman:
>“I think we just screwed that up”
>“We have limited bandwidth”
>“We decided to focus on coding”
OpenAI is playing catch-up now. pic.twitter.com/o4NSJKzB00
Benchmarks bestätigen den Eindruck
Ein Blick auf die aktuellen Leaderboards der "Chatbot Arena" untermauert Altmans Aussagen mit harten Daten. Während GPT-5.2 im Bereich "Code" mit einem Score von 1475 einen starken zweiten Platz belegt und nur knapp hinter Claude Opus 4.5 liegt, sieht es bei der reinen Textarbeit düster aus.
In der "Text Arena" ist das einstige Flaggschiff weit abgeschlagen. GPT-5.2 landet hier nur auf Rang 16. Die Modelle kämpfen mit Problemen, die man eigentlich nur von deutlich kleineren Sprachmodellen kennt. Die Krone im Bereich Textverarbeitung und sprachliche Nuancen hat sich mittlerweile Google gesichert. Gemini 3 Pro führt das Feld mit einem Score von 1480 souverän an und gilt derzeit als der Goldstandard für deutsche und englische Texte.
Quelle: LMArena
Die Konkurrenz zieht vorbei
Diese Entwicklung führt zu einer spürbaren Wanderungsbewegung bei den Nutzern. Wer komplexe Softwarearchitekturen entwirft, greift weiterhin oft zu GPT-5.2 oder Claude Opus 4.5. Für Redakteure, Marketing-Profis und Autoren, die auf Sprachgefühl angewiesen sind, ist OpenAI derzeit jedoch oft nicht mehr die erste Wahl.
Die Empfehlungen in Fachkreisen verschieben sich deutlich. Für natürliche Konversationen und kreative Schreibaufgaben wird zunehmend zu Anthropics Claude-Modellen oder eben dem aktuellen Spitzenreiter Gemini 3 Pro geraten. OpenAI muss in den kommenden Updates beweisen, dass hohe technische Intelligenz nicht zwangsläufig zum Verlust der sprachlichen Eleganz führen muss.
