Kawasaki Corleo in freier Wildbahn

Kawasaki Corleo: Wasserstoff-Antrieb und vier Beine für extremes Gelände

Das neue Offroad-Gefährt kombiniert Agilität mit emissionsfreier Technik und soll 20 Jahre früher kommen.

Andreas Becker Kawasaki Instagram
Kawasaki Corleo in freier Wildbahn

Kawasaki beschleunigt die Entwicklung des wasserstoffbetriebenen Transportroboters Corleo massiv. Das vierbeinige Offroad-Gefährt soll bereits 2030 debütieren und ab 2035 in die Serienproduktion gehen, um unwegsames Gelände autonom und emissionsfrei zu erschließen.

Strategiewechsel bei Kawasaki

Kawasaki Heavy Industries korrigiert den Zeitplan für eines seiner ambitioniertesten Projekte deutlich nach vorne. Was ursprünglich als Vision für das Jahr 2050 galt, rückt nun in greifbare Nähe. Das Unternehmen gab bekannt, dass der vierbeinige Roboter Corleo bereits in vier Jahren seinen ersten großen Einsatz haben wird.

Als Pilotprojekt dient die Expo 2030 in Riad, wo die Maschinen als Transportmittel auf dem Ausstellungsgelände fungieren sollen. Der Übergang von der Konzeptphase in die kommerzielle Entwicklung markiert einen Wendepunkt in der langfristigen Strategie des japanischen Konzerns. Die Entscheidung, die Produktion auf das Jahr 2035 vorzuziehen, basiert auf massiven Fortschritten in der Robotik und Antriebstechnik.

Wasserstoff-Hybrid auf vier Beinen

Technisch bricht der Corleo mit traditionellen Fahrzeugkonzepten und setzt auf ein hybrides Antriebssystem. Ein kompakter 150-Kubikzentimeter-Verbrennungsmotor, der ausschließlich mit Wasserstoff betrieben wird, dient als Generator für die Stromerzeugung. Die so gewonnene Energie speist vier unabhängige Elektromotoren, die direkt in den Gliedmaßen des Roboters sitzen.

Durch den Verzicht auf eine schwere Brennstoffzelle bleibt das System leicht und agil. Jedes Bein verfügt über einen eigenständigen Schwingarm-Mechanismus, der Unebenheiten im Gelände aktiv ausgleicht. Diese Konstruktion ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Die Hufe bestehen aus einer speziellen, zweigeteilten Gummistruktur, die auch auf glattem Fels oder Geröll für optimalen Grip sorgt.

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Intuitive Steuerung ohne Lenker

Die Bedienung des Corleo unterscheidet sich grundlegend von Motorrädern oder Quads. Statt über einen klassischen Lenker kontrolliert der Nutzer die Maschine durch Gewichtsverlagerung, ähnlich wie beim Reiten eines Pferdes oder beim Snowboarden. Hochpräzise Sensoren erfassen die Bewegungen des Schwerpunkts und übersetzen diese in Echtzeit in Steuerbefehle für die mechanischen Beine.

Ein integriertes Head-up-Display, ein transparentes Anzeigesystem im Sichtfeld, versorgt den Fahrer mit relevanten Daten wie dem Wasserstofffüllstand und Navigationshinweisen. Durch künstliche Intelligenz unterstützt das System die Balance und projiziert bei Dunkelheit sogar Markierungen direkt auf den Boden, um den sichersten Weg durch schwieriges Terrain zu weisen. Kawasaki sieht das Einsatzgebiet vor allem dort, wo Reifen an ihre physikalischen Grenzen stoßen.

Quelle: Kawasaki

Zukunft der Offroad-Mobilität

Mit dem Corleo zielt Kawasaki auf eine Marktlücke im Bereich der spezialisierten Mobilität ab. Der Roboter soll nicht nur Freizeitbegeisterte ansprechen, sondern auch in der Industrie und bei Rettungseinsätzen Verwendung finden. Die Fähigkeit, Felsstufen zu erklimmen und Gräben zu überspringen, macht ihn zu einem vielseitigen Werkzeug für unzugängliche Regionen.

Der vorgezogene Produktionsstart unterstreicht den hohen Reifegrad der Technologie. Während Kritiker die Effizienz von Beinen gegenüber Rädern hinterfragen, setzt Kawasaki konsequent auf die biomechanische Überlegenheit in extremem Gelände. Das Projekt Corleo ist somit kein reiner Imageträger mehr, sondern ein fester Bestandteil der zukünftigen Fahrzeugpalette.

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