Stripe mitten in der Singularität

Stripe sagt wegen KI Singularität den Börsengang ab

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Stripe mitten in der Singularität

Der US-Zahlungsdienstleister Stripe übernimmt das KI-Startup OpenRouter für knapp acht Milliarden US-Dollar und verschiebt seinen geplanten Börsengang auf unbestimmte Zeit. Die Unternehmensführung begründet den Schritt mit dem Beginn der »Singularität« und einem grundlegenden Wandel der Weltwirtschaft.

KI-Boom statt Börsenparkett

In einem Investorenbrief erklärten die Stripe-Gründer Patrick und John Collison, die Singularität habe am 1. Januar dieses Jahres begonnen. Theoretisch beschreibt dieser Begriff den Zeitpunkt, ab dem künstliche Intelligenz die menschliche Intelligenz übersteigt. Die Brüder nutzen das Konzept hier als Erklärung für eine wirtschaftliche Zäsur, durch die deutlich mehr Firmen gegründet werden.

Wegen dieser schnellen wirtschaftlichen Veränderungen bleibt Stripe vorerst in privater Hand. Ohne die strengen Berichtspflichten für Aktiengesellschaften kann das Management langfristige Investitionen und Übernahmen deutlich einfacher tätigen. Eine Verwässerung der Anteile aktueller Investoren fällt dadurch weg.

Die eigenen Geschäftszahlen stützen diesen Kurs. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr im Jahresvergleich um 41 Prozent, während sich die Einnahmen durch KI- und Krypto-Unternehmen verdoppelten. 88 Prozent der Forbes AI 50 nutzen die Plattform bereits, darunter Branchengrößen wie OpenAI und Anthropic.

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Ausgabenkontrolle für KI-Modelle

Mit der Bestätigung der OpenRouter-Übernahme zeigt Stripe direkt, wohin ein Teil dieser Investitionen fließt. Die Plattform leitet Anfragen von Entwicklern gezielt an verschiedene KI-Modelle weiter. Die Übernahme, die laut Axios-Informationen größtenteils in Aktien bezahlt wird, beläuft sich auf knapp acht Milliarden US-Dollar.

Der Wert von OpenRouter steigt damit rasant. Noch im Mai lag die Unternehmensbewertung bei lediglich 1,3 Milliarden US-Dollar. Durch den Verkauf erhalten allein die Gründer nun rund 1,5 Milliarden US-Dollar.

Bisher verdiente Stripe vor allem an der Abwicklung eingehender Zahlungen. Mit OpenRouter kontrolliert das Unternehmen künftig eine zentrale Schnittstelle im KI-Bereich. Entwickler benötigen neben der reinen Zahlungsabwicklung zunehmend Lösungen, um die laufenden Kosten für die genutzten KI-Modelle im Blick zu behalten.

Stripe erfährt zudem durch die Übernahme aus erster Hand, wie die Entwickler die unterschiedlichen KI-Modelle im Alltag einsetzen. Der Token-Verbrauch über OpenRouter wächst nach Angaben der Betreiber derzeit um neun Prozent pro Woche. OpenRouter arbeitet vorerst als eigenständige Einheit weiter und behält alle bisherigen Funktionen bei.

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