Wie ein KI-Roboter von Sony die Tischtennis-Profis schlägt
Mit zwölf Kameras und extrem geringer Latenz reagiert Ace schneller als viele menschliche Athleten.

Sony AIs Tischtennisroboter Ace hat erstmals professionelle Spieler unter offiziellen Turnierbedingungen geschlagen. Der parallel in Nature dokumentierte Erfolg gipfelte im Frühjahr 2026 in einem Sieg gegen eine Top-25-Spielerin und belegt greifbare Fortschritte bei physischer künstlicher Intelligenz.
Hochpräzise Wahrnehmung in Echtzeit
Das visuelle Zentrum der Maschine bilden zwölf Hochgeschwindigkeitssensoren. Dabei erfassen drei eventbasierte Kameras gezielt den oft unberechenbaren Spin der Bälle, während neun weitere Objektive das Spielgerät im dreidimensionalen Raum verorten. Selbst hohe Rotationen von mehr als 9.000 Umdrehungen pro Minute registriert diese Hardwarekombination problemlos. Dank einer extrem niedrigen Wahrnehmungslatenz von lediglich 10,2 Millisekunden reagiert der achtgelenkige Roboterarm beinahe verzögerungsfrei auf plötzliche Richtungswechsel.
Anstatt feste Bewegungsabläufe starr vorzugeben, trainierten die Entwicklerteams in Zürich und Tokio die zugrundeliegenden KI-Modelle über Deep Reinforcement Learning. Zunächst absolvierten die Modelle Millionen von Ballwechseln in einer virtuellen Umgebung, woraufhin die gewonnenen Verhaltensmuster in die reale Welt übertragen wurden. Durch diesen Prozess erzeugt Ace heute Rückschläge mit Geschwindigkeiten von bis zu 19,6 Metern pro Sekunde. Im laufenden Spiel passt der Roboter seine Schlaghärte sowie die Platzierung völlig autonom an die Taktik des Gegners an.
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Rasante Leistungssteigerung im Wettkampf
Für die anfänglichen wissenschaftlichen Analysen trat das System bereits im April 2025 gegen menschliche Athleten an. Auf einem eigens errichteten Platz in olympischer Größe reichte es damals für drei Siege gegen Elite-Spieler, echte Profis blieben jedoch noch ungeschlagen. Nach Abschluss der primären Datenerhebung verfeinerten die Ingenieure die KI-Modelle kontinuierlich weiter.
Bereits Ende 2025 agierte die Maschine deutlich aggressiver direkt an der Tischkante und verarbeitete sichtbar schnellere Rallyes. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte das Projekt schließlich im März 2026. Unter den Augen offizieller Beobachter entschied Ace drei Matches gegen Profis für sich, darunter ein dominanter Auftritt gegen Miyuu Kihara aus den Top 25 der Weltrangliste. Das System beweist damit faktisch, wie exakt moderne Sensorik und maschinelles Lernen physische Reaktionszeiten im direkten sportlichen Wettbewerb angleichen.