Sam Altman warnt vor tödlicher Sorglosigkeit bei neuen KI-Agenten
Der Hype um Moltbot leert die Apple-Regale, doch OpenAI sieht in der blinden Automatisierung eine massive Gefahr.

Der Hype um autonome KI-Helfer wie Moltbot sorgt für ausverkaufte Mac Minis und Goldgräberstimmung. Doch OpenAI-Chef Sam Altman warnt jetzt eindringlich: Wir laufen Gefahr, die Kontrolle über unsere digitalen Leben zu verlieren, nur weil es bequem ist.
Der Mac Mini als neuer KI-Knecht
In den letzten Wochen dominiert ein Name die Tech-Feeds: Moltbot. Das Open-Source-Tool verspricht den Traum vom vollautomatisierten Leben.
Nutzer installieren den Agenten bevorzugt auf einem lokalen Rechner und geben ihm vollen Zugriff auf ihren Alltag. Besonders beliebt ist dafür der Mac Mini, der wegen des Ansturms vielerorts restlos ausverkauft ist.
Der Bot bucht Flüge, schreibt Nachrichten und verwaltet Investments. Das Problem dabei: Er tut dies oft völlig ohne menschliche Aufsicht.
Die Gefahr der Bequemlichkeit
Genau hier grätscht Sam Altman dazwischen. In einem aktuellen Town-Hall-Meeting fand der OpenAI-CEO deutliche Worte für diesen Trend zur Sorglosigkeit.
Er warnt davor, dass wir in eine „YOLO-Mentalität“ hineinschlittern. Wir schalten Sicherheitsmechanismen ab, weil die KI in 99 Prozent der Fälle sinnvolle Dinge tut.
„Ich hasse es, Befehle jedes Mal zu bestätigen, also lasse ich es einfach laufen“, beschreibt Altman das typische Nutzerverhalten. Er beobachtet diesen Leichtsinn sogar bei sich selbst.
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Wenn der Assistent zum Risiko wird
Diese Bequemlichkeit öffnet Tür und Tor für katastrophale Fehler. Ein KI-Agent mit Vollzugriff ist ein ideales Ziel für Angriffe.
Landet der Bot auf einer manipulierten Webseite, kann er durch sogenannte „Prompt Injections“ gekapert werden. Plötzlich überweist der digitale Assistent Geld an Fremde oder schleust Schadcode ins Heimnetzwerk.
Experten wie Moltbot-Kopf Peter Steinberger betonen zwar die Arbeit an Sicherheitsfeatures. Doch solange Agenten Befehle nicht sicher verifizieren können, bleibt der uneingeschränkte Zugriff grob fahrlässig.
Resilienz statt Verbot
Altman plädiert nicht für ein Verbot, sondern für einen Strategiewechsel hin zur „Resilienz“. Wir können nicht jedes Risiko präventiv blockieren.
Systeme müssen künftig so gebaut sein, dass ein einzelner Fehler nicht das gesamte digitale Leben kompromittiert. Bis dahin spielen Nutzer russisches Roulette mit ihren Daten, auch wenn es sich produktiv anfühlt.