OpenAI und Anthropic gehen auf Unternehmerjagd
Die führenden KI-Firmen gründen eigene Gesellschaften für die Integration ihrer Modelle. Private-Equity-Firmen investieren Rekordsummen.

Der Fokus der KI-Branche verlagert sich zunehmend auf die direkte Integration in der Wirtschaft. Laut einem Bloomberg-Bericht sammelte OpenAI kürzlich über vier Milliarden US-Dollar für das neue Joint Venture »The Deployment Company« ein. Parallel formiert Konkurrent Anthropic ein ähnliches Großprojekt.
Milliardenschwere Investitionen in die Praxis
Ursprünglich unter dem internen Namen DeployCo geplant, tritt OpenAIs neues Projekt nun in eine entscheidende Phase. Insgesamt 19 Investoren beteiligen sich an dem Vorhaben. Zu den Geldgebern gehören unter anderem TPG, Brookfield Asset Management sowie Bain Capital. Das KI-Unternehmen selbst steuert anfangs 500 Millionen US-Dollar bei, wobei diese Summe später auf bis zu 1,5 Milliarden anwachsen kann.
Für ihr finanzielles Engagement erhalten die Private-Equity-Geldgeber eine garantierte Jahresrendite von 17,5 Prozent. Gleichzeitig sichert sich OpenAI spezielle Super-Voting-Shares, um die strategische Kontrolle über das Joint Venture zu behalten. Dieses Konstrukt ergänzt die bestehende Enterprise-Plattform Frontier nahtlos. Anstatt den Unternehmen lediglich eine technische Schnittstelle bereitzustellen, helfen spezialisierte Entwicklerteams fortan direkt bei der konkreten Implementierung der KI-Modelle.
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Anthropic fokussiert den Mittelstand
Mit einer sehr ähnlichen Strategie zieht Anthropic fast zeitgleich nach und gründet eine eigene Gesellschaft für IT-Dienstleistungen. Finanzielle Rückendeckung erhält das Vorhaben von Finanzgiganten wie Blackstone, Goldman Sachs oder Sequoia Capital. Die primäre Zielgruppe dieses neuen Unternehmens sind explizit mittelständische Betriebe. Oftmals fehlen genau diesen Firmen die internen Ressourcen für aufwendige technologische Anpassungen.
Angestellte Ingenieure arbeiten künftig intensiv mit den IT-Abteilungen der jeweiligen Kunden zusammen. Sie analysieren etablierte Arbeitsabläufe und binden das Modell Claude anschließend passgenau in die Systeme ein. Ein typisches Einsatzszenario betrifft beispielsweise den Gesundheitssektor. Dort übernehmen KI-Modelle die zeitintensive medizinische Dokumentation und schaffen so wertvolle Kapazitäten für die direkte Patientenversorgung.
Etablierte Systemintegratoren wie Deloitte oder PwC bleiben parallel als Partner für internationale Großkonzerne bestehen. Das neue Joint Venture erweitert diese Kapazitäten vielmehr in der Breite. Beide Entwickler demonstrieren mit diesen Ausgründungen, dass die reine Bereitstellung von Rechenleistung nicht mehr ausreicht, um langfristig in der Wirtschaft Fuß zu fassen.