Nvidia veröffentlicht drei starke KI-Wettermodelle als Open Source
Neue Earth-2 Tools ermöglichen extrem präzise Vorhersagen und machen die Analyse von lokalen Unwettern für jeden zugänglich.

Nvidia stellt ab sofort drei leistungsstarke KI-Modelle für die Wettervorhersage als Open Source bereit. Die neuen Tools unter dem Earth-2-Dach ermöglichen Meteorologen und Unternehmen deutlich schnellere und präzisere Prognosen von extremen Wetterereignissen.
Earth-2 für Entwickler geöffnet
Der Grafikchip-Spezialist vollzieht einen strategisch wichtigen Schritt bei seiner digitalen Klimaplattform Earth-2. Nvidia stellt drei spezialisierte KI-Architekturen der Forschungsgemeinschaft und kommerziellen Anbietern frei zur Verfügung. Die Modelle sind unter anderem über Hugging Face abrufbar.
Dieser Schritt wandelt bisher proprietäre Forschung in nutzbare Werkzeuge um. Entwickler können die Gewichte der neuronalen Netze nun direkt herunterladen und auf eigener Hardware betreiben. Damit entfällt die zwingende Abhängigkeit von geschlossenen Cloud-APIs für hochauflösende Klimadaten.
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Fokus auf lokale Präzision
Im Zentrum des Releases steht das generative Diffusionsmodell CorrDiff. Die Software löst ein Kernproblem bisheriger Wettermodelle, indem sie grobe Daten radikal verfeinert. CorrDiff transformiert Vorhersagen mit einer Auflösung von 25 Kilometern in extrem detaillierte Prognosen auf zwei Kilometer genau.
Diese Skalierung erfolgt wesentlich effizienter als bei herkömmlichen Methoden. Die KI benötigt für diese Berechnung deutlich weniger Energie und Zeit als klassische physikalische Simulationen auf Supercomputern. Das ermöglicht kurzfristige Aktualisierungen der Vorhersage in Minuten statt Stunden.
Neben der Skalierung adressiert Nvidia mit StormCast spezifisch Unwetterlagen. Das Modell wurde für mesoskalige Ereignisse trainiert, erkennt also lokale Phänomene wie Gewitterzellen oder Sturzfluten früher. Es ergänzt globale Modelle, die solche lokalen Details oft übersehen.
Konkurrenz für Google DeepMind
Die Veröffentlichung ist eine direkte Antwort auf die Fortschritte von Google. Der Suchmaschinenriese hatte zuletzt mit GenCast und GraphCast starke KI-Wettermodelle präsentiert. Nvidia setzt dem nun eine offene Strategie entgegen, die eine schnellere Adaption in der Industrie fördert.
Die neuen Nvidia-Modelle decken den gesamten Workflow der Vorhersage ab. Von der globalen Analyse bis zum lokalen Downscaling bieten sie eine durchgängige Pipeline. Meteorologische Dienste und Tech-Startups erhalten damit einen Baukasten, um eigene, spezialisierte Wetter-Apps und Warnsysteme zu bauen.