Gartner rechnet für 2026 mit weltweiten KI-Ausgaben von 2,67 Billionen US-Dollar. Das wären 49,5 Prozent mehr als die 1,78 Billionen Dollar des Vorjahres. Noch im Mai lag die Schätzung für 2026 bei 2,59 Billionen Dollar. Die neue Prognose fällt damit knapp 75 Milliarden Dollar höher aus. Für 2027 stehen bereits 3,637 Billionen Dollar in der Prognose.
Den Kern bildet der Ausbau der Rechenzentren. Gartner-Analyst John-David Lovelock bezeichnet den Aufbau der nötigen Kapazitäten als »das größte Infrastrukturprojekt, das die Menschheit je unternommen hat«.
Mehr als jeder zweite Dollar fließt in Infrastruktur
Auf die KI-Infrastruktur entfallen 2026 rund 1,48 Billionen Dollar und damit knapp 56 Prozent der Gesamtsumme. Hinter der Zahl steckt allerdings weit mehr als der Bau neuer Rechenzentren. Gartner zählt auch KI-optimierte Cloud-Infrastruktur, Server, Netzwerkkomponenten, Prozessoren und passende Endgeräte dazu.
Große Cloud-Anbieter und IT-Dienstleister kaufen weiterhin zahlreiche KI-Server, um Kapazitäten für erwartete Anwendungen vorzuhalten. Selbst höhere Speicherpreise bremsen die Nachfrage bisher nicht.
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Software und Dienste kosten weitere Billion
Neben der Infrastruktur veranschlagt Gartner rund 576 Milliarden Dollar für KI-Dienstleistungen und knapp 462 Milliarden Dollar für KI-Software. Weitere 51 Milliarden Dollar fließen in KI-Cybersecurity. Anbieter bauen unterdessen agentische KI in bestehende Produkte ein, während Unternehmen häufiger überschaubare Projekte mit ihrer vorhandenen Software umsetzen.
Einen Eindruck von der Größenordnung liefert ein Vergleich mit den weltweiten Militärausgaben. Das Friedensforschungsinstitut SIPRI ermittelte für 2025 insgesamt 2,88 Billionen Dollar. Gartners KI-Prognose für 2026 entspricht rund 93 Prozent davon.
Von 2025 bis 2027 würden sich damit die jährlichen KI-Ausgaben mehr als verdoppeln. Der größte Teil des zusätzlichen Geldes landet weiterhin bei Infrastruktur, die 2027 bereits 1,978 Billionen Dollar kosten könnte.
