Infineon baut das Geschäft mit KI-Hardware aus und übernimmt C2i Semiconductors. Das indische Start-up entwickelt Steuerungen, die den stark schwankenden Strombedarf in modernen Rechenzentren ausgleichen.
Software gegen Spannungseinbrüche
Wenn KI-Server komplexe Modelle berechnen, ändert sich ihr Strombedarf sprunghaft. Die Energieversorgung muss diese Lastwechsel in Sekundenbruchteilen ausgleichen.
C2i Semiconductors aus Bangalore hat sich auf genau solche Steuerungen spezialisiert. Das Start-up entwickelt Software und Controller, die den Stromfluss vom Netz bis in den Prozessorkern regeln. Sie analysieren die Auslastung der Hardware und passen die Spannung in Echtzeit an.
Für Betreiber von Rechenzentren bedeutet das weniger Energieverlust und sinkende Betriebskosten. Vor allem verhindern sie, dass Server unter Volllast wegen eines Spannungsabfalls abstürzen.
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Kürzere Wege für den Strom
Infineon baut klassische Leistungshalbleiter aus Silizium oder Galliumnitrid, C2i liefert künftig die passende Software dazu. Gemeinsam wollen die Unternehmen die sogenannte vertikale Stromversorgung weiterentwickeln.
Dabei wandern die Spannungsregler direkt in das Trägermaterial der Prozessoren. Das verkürzt die Übertragungswege für den Strom und erleichtert die Stromversorgung in den eng gebauten Server-Racks. Das Start-up erhält im Gegenzug Zugriff auf die globale Halbleiterfertigung des Konzerns.
Gleichzeitig stärkt das Münchner Unternehmen seine Präsenz in Indien. Infineon beschäftigt dort bereits 2800 Menschen. Das C2i-Team wird nun den Kern eines neuen Kompetenzzentrums für digitale Energietechnologien in Bangalore bilden.
Die Übernahme soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein. Einen Kaufpreis nannten die Unternehmen nicht.
