Helsing präsentiert eigenen KI-Roboterhund
Mit der Plattform RX-1 betritt das Rüstungsunternehmen den Markt für autonome Bodensysteme.

Das Münchener Verteidigungsunternehmen Helsing weitet seine Entwicklung autonomer Systeme auf den Boden aus. Mit der Hardware RX-1 präsentiert der Hersteller eine eigene europäische Robotik-Plattform. Zugleich rückt die bisher intern agierende Forschungseinheit Area 9 in die Öffentlichkeit.
Vom Flugzeug zum Roboterhund
Bisher fokussierte sich Helsing vor allem auf den Luftraum. Die interne Forschungseinheit Area 9 entwickelte unter anderem den KI-Piloten Centaur, der bereits einen Kampfflugzeug-Prototypen steuerte. Nun widmet sich das 50-köpfige Team unter der Leitung des ehemaligen Meta-Forschers Antoine Bordes komplexen Bodensystemen.
Das Resultat dieser Arbeit ist die Forschungsplattform RX-1. Dabei handelt es sich um ein vierbeiniges System, das für Einsätze unter widrigen Umweltbedingungen konzipiert wurde.
Bordes stellt den reinen Forschungscharakter der Hardware in den Vordergrund: »Aktuell planen wir nicht, Roboter zu verkaufen.« Das Ziel sei vielmehr der Ausbau der eigenen autonomen Fähigkeiten jenseits des Luftraums.
Quelle: helsing
Europäische Alternative im Fokus
Der Markt für vierbeinige Roboter wird derzeit von Herstellern aus den USA und China dominiert. Helsing positioniert RX-1 bewusst als Gegenentwurf, um die technologische Unabhängigkeit des Kontinents zu stärken.
Die Entwicklung und Fertigung der Plattform finden vollständig in Europa statt. Dies schließt essenzielle Kernkomponenten wie die eigens entwickelten Aktuatoren ein.
Erste Exemplare der Hardware stellt das Unternehmen nun ausgewählten akademischen Partnern zur Verfügung. Dazu zählen die ETH Zürich sowie das französische Forschungsinstitut Inria Paris, die das System künftig für Freilandexperimente nutzen.
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Zukäufe und frisches Kapital
Der Einstieg in die physische Robotik kommt nicht völlig überraschend. Bereits Anfang des Jahres übernahm Helsing den spanischen Spezialisten Keybotic, der vierbeinige Inspektionsroboter entwickelt. Dieser Zukauf lieferte das technologische Fundament für das jetzige RX-1-Projekt.
Um das wachsende Portfolio aus Drohnen, KI-Software und Robotik zu stützen, verhandelt das Unternehmen derzeit über neues Kapital. Branchenkreisen zufolge steht eine Finanzierungsrunde über 1,2 Milliarden US-Dollar kurz vor dem Abschluss.
Ein solches Investment würde die Firmenbewertung auf 18 Milliarden US-Dollar treiben. Helsing sichert sich damit die finanzielle Basis für weitere Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz.
