ki musik bei deezer

Fast 50 Prozent der neuen Deezer-Songs sind KI

Die Qualität von KI-Musik erreicht ein kaum unterscheidbares Niveau. Fast alle Hörer wünschen sich deshalb eine klare Kennzeichnung.

Andreas Becker Nano Banana
ki musik bei deezer

Auf der Streaming-Plattform Deezer stammen mittlerweile 44 Prozent aller neu hochgeladenen Stücke vollständig von künstlicher Intelligenz. Täglich erreichen den Dienst fast 75.000 synthetische Songs, was die hohe Skalierbarkeit aktueller KI-Modelle in der Musikproduktion unterstreicht.

Hohe Qualität erschwert die Unterscheidung

Leistungsstarke Musikgeneratoren wie Lyra 3, ElevenMusic oder Suno 5.5 liefern mittlerweile derart überzeugende Ergebnisse, dass sie bei vielen Hörern direkt Lust auf KI-Musik wecken. Solche Systeme erzeugen komplette Arrangements inklusive Gesang. Eine aktuelle Erhebung zeigt passend dazu, dass 97 Prozent der Nutzerschaft den Unterschied zwischen maschinell erstellten und menschlich komponierten Tracks nicht mehr heraushören können.

Aufgrund dieser kaum noch wahrnehmbaren Differenz fordern Konsumenten mehr Transparenz im Alltag. Etwa 80 Prozent der Befragten sprechen sich für eine strikte Kennzeichnungspflicht aus. Der Streaming-Anbieter reagiert darauf mit automatisierten Markierungen und speichert hochauflösende Audioformate dieser spezifischen Stücke gar nicht erst ab. »KI-generierte Musik ist längst kein Randphänomen mehr«, betont Alexis Lanternier, CEO von Deezer.

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Kaum echte Reichweite trotz Upload-Rekorden

Obwohl die Server monatlich mit mehr als zwei Millionen KI-Tracks gefüllt werden, bleibt der Anteil an den tatsächlichen Abrufen verschwindend gering. Lediglich ein bis drei Prozent der gestreamten Minuten entfallen auf derartige Inhalte. Zudem sortieren Algorithmen markierte Songs konsequent aus redaktionellen Playlists und automatisierten Empfehlungen aus.

Darüber hinaus stuft das interne System 85 Prozent dieser wenigen KI-Streams als betrügerisch ein und entzieht ihnen umgehend die Monetarisierung. Dadurch generieren die Ersteller der massenhaften Uploads aktuell kaum nennenswerte Einnahmen. Dennoch schätzt eine Branchenstudie, dass bis zum Jahr 2028 rund ein Viertel der weltweiten Einnahmen menschlicher Künstler durch synthetische Alternativen gefährdet sind.

Erkennungssoftware als neues Geschäftsfeld

Aus der Notwendigkeit heraus, die eigene Plattform sauber zu halten, entwickelte der Konzern eine proprietäre Erkennungssoftware. Dieser Filter identifiziert die Ausgaben prominenter Audio-Modelle zuverlässig. Mit entsprechenden Datenbeispielen lässt sich die Architektur zudem auf neue KI-Modelle anpassen.

Inzwischen hat sich diese technologische Lösung zu einem eigenständigen Produkt entwickelt. Andere Unternehmen aus der Musikindustrie können die Software lizenzieren und in ihre eigenen Infrastrukturen integrieren.

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