Vorstellung von Scout auf der Microsoft Messe

Neuer KI-Agent Scout steuert Windows völlig autonom

Microsoft veröffentlicht einen Agenten für lokale Automatisierung. Sowohl auf Befehl, als auch automatisiert im Hintergrund.

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Vorstellung von Scout auf der Microsoft Messe

Microsoft veröffentlicht mit Scout einen neuen autonomen KI-Agenten für den Desktop. Die Software basiert auf dem Open-Source-Projekt OpenClaw und erledigt eigenständig Aufgaben direkt unter Windows.

Lokale Kontrolle statt reiner Cloud-Anbindung

Scout markiert den Start einer neuen Produktkategorie, die Microsoft als Autopiloten bezeichnet. Im Gegensatz zum klassischen Copilot, der primär auf Cloud-Diensten basiert, arbeitet die neue Anwendung tief verwurzelt im lokalen Betriebssystem. Das Programm läuft als Applikation auf dem Rechner und greift direkt auf das Dateisystem zu.

Über eine Chat-Oberfläche erteilen Anwender ihre Arbeitsaufträge in natürlicher Sprache. Anschließend schreibt die Software selbstständig Textdokumente, erstellt Tabellen oder passt den Quellcode in Entwicklerprojekten an.

Darüber hinaus bedient das System eigenständig den Webbrowser. Dank der integrierten Playwright-Technologie navigiert die Software zielsicher über externe Webseiten. Sie füllt komplexe Formulare aus und liest gezielt Netzwerkanfragen aus.

Eigenständiges Arbeiten im Hintergrund

Eine Besonderheit der neuen Anwendung ist der sogenannte Heartbeat-Modus. Dieser erlaubt es dem KI-Modell, in frei definierbaren Intervallen von 15 bis 120 Minuten im Hintergrund aufzuwachen.

In dieser Zeit organisiert das Programm ohne weiteres Zutun den Posteingang. Es sucht zudem nach Terminkonflikten im Kalender oder gleicht Datenstände ab. Anwender können genau definieren, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten diese Hintergrundprozesse laufen dürfen.

Zusätzlich merkt sich die Software Vorlieben und Entscheidungen über verschiedene Sitzungen hinweg. Das System greift auf diese Historie zurück, um bei künftigen Aufgaben den Kontext besser zu verstehen.

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Sub-Agenten für parallele Prozesse

Wenn Aufgaben zu umfangreich werden, teilt die Hauptanwendung die Arbeit auf. Das System startet dann spezialisierte Sub-Agenten, die parallel im Hintergrund operieren und anschließend ihre Ergebnisse bündeln.

Ein Forschungs-Agent durchsucht beispielsweise das Internet nach technischen Dokumentationen. Ein Code-Review-Agent prüft währenddessen lokale Änderungen auf Programmierfehler. Ein weiterer Agent übernimmt parallel die Installation von benötigten Software-Paketen.

Dieser modulare Aufbau spart wertvolle Zeit bei komplexen Projekten. Die Ergebnisse aller Sub-Agenten fließen am Ende nahtlos in den ursprünglichen Chat-Verlauf zurück.

Dabei kann Scout quasi alle Dateitypen benutzen:

Quelle: Microsoft

Sicherheit und dreistufiges Rechtesystem

Da ein derart weitreichender Systemzugriff Risiken birgt, implementiert der Konzern ein strenges Regelwerk. Ein dreistufiges Berechtigungssystem kontrolliert jeden einzelnen Befehl in der Konsole.

Harmlose Abfragen, wie das Auflisten von Dateien, winkt das System automatisch durch. Sobald das Programm jedoch weitreichende Änderungen plant oder externe Netzwerkanfragen starten will, pausiert der Vorgang und verlangt eine manuelle Bestätigung durch den Nutzer.

Destruktive Befehle, die das Betriebssystem beschädigen könnten, blockiert die Architektur standardmäßig vollständig. Alle Aktionen sind zudem an die persönliche Entra-Identität des Anwenders geknüpft. Dadurch bleibt stets nachvollziehbar, wer einen bestimmten Vorgang initiiert hat.

Verzahnung mit dem modernen Büro

Neben der lokalen Arbeit auf dem Desktop greift die Software tief in die Microsoft-365-Umgebung ein. Das Programm wertet E-Mails aus, analysiert Chatverläufe in Teams und durchsucht unzählige Dateien auf OneDrive.

Dank der WorkIQ-Technologie verknüpft das System diese unterschiedlichen Datenquellen intelligent miteinander. So beantwortet die Software übergreifende Fragen zu bestimmten Projekten. Sie kombiniert dafür schlichtweg Informationen aus Terminen, Dokumenten und E-Mails zu einer fertigen Antwort.

Die Vorabversion steht vorerst nur ausgewählten Unternehmenskunden über das Frontier-Programm zur Verfügung. Ein breiterer Rollout der finalen Software für Windows und macOS dürfte nach dieser ersten Testphase erfolgen.

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