Character.AI ist pleite und hat in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Disney bietet 20 Millionen Dollar für bestimmte Vermögenswerte und setzt damit das Startgebot für den gerichtlich überwachten Verkauf. Findet sich kein Käufer, der die Plattform fortführt, wird Character.AI abgewickelt.
Warum Character.AI so erfolgreich wurde
Character.AI startete 2022 als Gegenentwurf zu nüchternen Chatbots. Nutzer konnten mit Millionen erfundener, historischer oder selbst erstellter Figuren chatten und eigene Charaktere veröffentlichen. Rollenspiele, Fantasiewelten und persönliche Gespräche machten den Dienst vor allem bei jungen Nutzern zum Hit.
Gegründet wurde das Unternehmen 2021 von den früheren Google-Forschern Noam Shazeer und Daniel De Freitas. Bereits 2023 sammelte es 150 Millionen Dollar ein und erreichte eine Bewertung von einer Milliarde Dollar. Der große Unterschied zu ChatGPT war nicht die Suche nach der besten Antwort, sondern die Illusion einer Figur mit Persönlichkeit.
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Vom Chatbot zur Unterhaltungsplattform
2024 zahlte Google 2,7 Milliarden Dollar für eine nicht exklusive Techniklizenz und holte die Gründer sowie mehrere Forscher zurück. Character.AI setzte anschließend stärker auf angepasste Open-Source-Modelle und Unterhaltung. Heute bietet die Plattform neben Textchats und Sprachanrufen auch interaktive Bücher, Comics, Geschichten und kurze Serien mit KI-Figuren an.
Gleichzeitig wuchs der Druck durch Klagen, Jugendschutzregeln und den teuren Betrieb. Character.AI spricht selbst von rechtlichen, regulatorischen und operativen Gegenwinden.
Disney bietet 20 Millionen Dollar
Disney soll als sogenannter Stalking-Horse-Bieter eine Untergrenze für weitere Angebote setzen. Die Plattform und kostenpflichtige Abos laufen vorerst weiter. Der Verkauf soll Ende November oder Anfang Dezember 2026 abgeschlossen sein. Ohne Käufer endet damit eines der bekanntesten KI-Startups der frühen ChatGPT-Jahre.
