Mark Zuckerberg kontrolliert Mitarbeiter

Meta-Leak: Konzern trackt Mitarbeiter für KI-Training

Eine neue Software zeichnet Mausbewegungen und Klicks auf, um autonome Agenten für alltägliche Computeraufgaben zu trainieren.

Andreas Becker Nano Banana
Mark Zuckerberg kontrolliert Mitarbeiter

Meta zeichnet künftig Mausbewegungen, Klicks und Tastatureingaben seiner US-Belegschaft auf. Laut einem internen Memo, das Reuters vorliegt, sammelt der Konzern auf diese Weise präzise Interaktionsdaten für das Training kommender KI-Agenten.

Tracking-Software lernt Computerbedienung

Die sogenannte Model Capability Initiative erfasst gezielt Aktivitäten in spezifischen Arbeitsanwendungen. Zusätzlich fertigt das System regelmäßige Screenshots an, um den KI-Modellen den nötigen visuellen Kontext zum Geschehen auf dem Bildschirm zu liefern. Autonome Programme sollen durch diese Vorlagen lernen, wie Menschen Software im beruflichen Alltag bedienen.

Bislang tun sich KIs oft schwer damit, Dropdown-Menüs zu navigieren oder unscheinbare Schaltflächen fehlerfrei anzuklicken. Genau hier setzt das neue Projekt an. Unternehmenssprecher Andy Stone erklärte, dass die KI-Modelle echte Praxisbeispiele benötigen, um alltägliche Computeraufgaben zuverlässig zu bewältigen.

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Strenge Regeln für europäische Angestellte

Die Datenerfassung beschränkt sich vorerst strikt auf die Vereinigten Staaten. Für die europäische Belegschaft dürfte ein solches Tracking an den hiesigen Arbeits- und Datenschutzgesetzen scheitern. Bereits in der jüngeren Vergangenheit stieß der Tech-Konzern in der EU auf erhebliche juristische Hürden, als es um das automatische Heranziehen von Nutzerdaten für das KI-Training ging.

Das Management betont derweil den rein technischen Zweck der Maßnahme. Sämtliche gesammelten Informationen dienen demnach ausschließlich der Modellverbesserung. Die Daten fließen nicht in die Bewertung der Arbeitsleistung ein.

Fehlende Daten für autonome Systeme

Während das Internet schier unendliche Mengen an Text- und Bildmaterial bietet, mangelt es der Entwicklerbranche an echten Trainingsdaten für virtuelle Interaktionen. Forschungsteams weichen daher oft auf aufwendige Simulationen aus, um menschliche Handlungen abzubilden. Der direkte Zugriff auf die Eingabemuster von Tausenden Mitarbeitern verschafft Meta nun einen seltenen, proprietären Datenpool.

Dieser Vorstoß erfolgt inmitten eines klaren Branchentrends. Konkurrenten wie OpenAI, Anthropic und Google präsentierten in den vergangenen Wochen ebenfalls KI-Agenten, die Aufgaben selbstständig im Browser übernehmen. Gleichzeitig bereitet Meta laut Berichten derzeit weltweite Stellenkürzungen von bis zu zehn Prozent vor, die ab Mai greifen sollen.

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