Nvidia Roboter

Nvidia stellt offenen humanoiden Roboter vor

Das neue Referenzdesign kombiniert Hardware von Unitree mit leistungsstarker KI-Software. Die Plattform richtet sich an akademische Forschungseinrichtungen.

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Nvidia Roboter

Nvidia hat auf der Computex in Taipeh ein offenes Referenzdesign für humanoide Roboter vorgestellt. Der Isaac GR00T Reference Humanoid Robot vereint leistungsstarke Hardware mit einer hauseigenen KI-Softwareplattform für die akademische Forschung.

Gebündelte Technik für die Forschung

Das neue System kombiniert Komponenten verschiedener Hersteller zu einer einheitlichen Basis. Als Grundgerüst dient das Chassis des Modells H2 Plus der Firma Unitree. Der Roboter ist knapp 1,80 Meter groß und bringt ein Gewicht von etwa 68 Kilogramm auf die Waage.

Für komplexe Handgriffe kommen die taktilen Fünffingerhände des Herstellers Sharpa zum Einsatz. Sie bieten allein 22 Freiheitsgrade, was dem Roboter insgesamt 75 Bewegungsachsen verleiht. Das System kann eine reguläre Nutzlast von sieben Kilogramm tragen, in der Spitze sind bis zu 15 Kilogramm möglich.

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Rechenleistung und Sensorik

Das Herzstück des Roboters bildet der integrierte Computer Jetson AGX Thor T5000. Dieser Chip basiert auf der Blackwell-Architektur und liefert eine KI-Rechenleistung von 2.070 Teraflops. Ihm stehen ein Prozessor mit 14 Kernen und 128 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite.

Der Energieverbrauch lässt sich je nach Aufgabe zwischen 40 und 130 Watt konfigurieren. Zur Orientierung im Raum nutzt der Roboter verschiedene Sensoren:

  • Eine am Kopf montierte Stereokamera mit 140 Grad Sichtfeld
  • Zusätzliche Kameras an den Handgelenken für Arbeiten im Nahbereich
  • Ein Modul zur genauen Erfassung von Trägheit und Bewegung

Offene Plattform für Entwickler

Die zugehörige Softwareumgebung deckt alle Schritte der Entwicklung ab. Teams können Trainingsdaten sammeln, Modelle in einer virtuellen Umgebung simulieren und diese anschließend auf der physischen Hardware testen. Der offene Ansatz ermöglicht es Einrichtungen wie der ETH Zürich oder der Universität Stanford, eigene Verhaltensmuster für den Roboter zu programmieren.

Die Forscher behalten dabei die volle Kontrolle über ihre gesammelten Daten und Modelle. Nvidia-Chef Jensen Huang sieht in der Technologie großes wirtschaftliches Potenzial und spricht von einer »physischen KI«, die künftig Einzug in große Industriezweige halten wird. Der Roboter ist ab Ende 2026 direkt über den Hersteller Unitree erhältlich.

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