Sam Altman deckt Musks extreme Kontrollpläne auf
Vor Gericht schildert der Chef von OpenAI detailliert die fragwürdigen Drohungen des Tesla-Gründers aus der Vergangenheit.

Vor Gericht prallen derzeit Welten aufeinander. Sam Altman hat am Dienstag im Prozess gegen Elon Musk detailliert zu den Betrugsvorwürfen Stellung bezogen. Dabei kamen direkt erstaunliche Details über finanzielle Verflechtungen und den Kontrollzwang des Tesla-Gründers ans Licht.
Machtkampf um die Zukunft
Zunächst versuchte die Verteidigung, ein klares Bild der frühen Gründungsphase zu zeichnen. Laut Altman pochte Musk dabei früh auf die absolute Kontrolle über das »Forschungslabor«. Falls Musk versterben sollte, plante dieser laut Zeugenaussage ernsthaft, die Führung der Organisation an seine Kinder zu übertragen. Altman bezeichnete diese Idee als »zutiefst beunruhigend«.
Gleichzeitig baute der Tesla-Chef offenbar enormen Druck auf. Entsprechende Chat-Protokolle deuten darauf hin, dass Musk eine Integration in sein eigenes Auto-Unternehmen forcierte, um dort andernfalls ein eigenes Team aufzubauen. Aus Sicht des Zeugen stellte dieses Vorgehen eine kaum verhohlene Drohung dar. Schließlich stellte Musk seine Spenden ein, woraufhin das Labor kurz vor dem finanziellen Aus stand.
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Eigene Finanzen unter der Lupe
Im Gegenzug nahm Anwalt Steven Molo die Glaubwürdigkeit des amtierenden OpenAI-Chefs hart ins Visier. Wiederholt konfrontierte er ihn mit Aussagen ehemaliger Weggefährten, die ihn als völlig unaufrichtig einstuften. Konkret ging es bei dem Verhör um lukrative Interessenkonflikte und den Wahrheitsgehalt früherer Geschäftszahlen.
Während der Befragung bestätigte Altman beachtliche private Beteiligungen an Partnerunternehmen. Allein in das Start-up Helion investierte er fast zwei Milliarden US-Dollar, was aufgrund des immensen Energiebedarfs zukünftiger KI-Modelle Fragen aufwirft. Der Beschuldigte wies die Vorwürfe jedoch ruhig zurück und verwies stattdessen auf den enormen geschaffenen Unternehmenswert.
Der Ausgang des Verfahrens bleibt durch die verhärteten Fronten weiterhin völlig offen. Unabhängig vom juristischen Urteil wird der Prozess das Image beider Seiten jedoch dauerhaft prägen.