OpenAI bringt ChatGPT nativ in Microsoft Excel
Das neue Modell GPT-5.4 wertet Finanzdaten aus und erstellt Formeln auf Zuruf. Partner wie Dow Jones und FactSet liefern aktuelle Marktdaten.

OpenAI hat das Beta-Programm für „ChatGPT for Excel“ gestartet. Die neue Erweiterung integriert den KI-Assistenten direkt in Tabellenkalkulationen und verknüpft diese mit aktuellen Marktdaten von Anbietern wie FactSet und Dow Jones.
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Modelle berechnen statt Formeln tippen
Mit der neuen Integration können Anwender komplexe Finanzmodelle über einfache Texteingaben erstellen und anpassen. Das System übersetzt natürliche Sprache direkt in native Excel-Formeln. Die bestehenden Tabellenstrukturen bleiben dabei vollständig erhalten.
Nutzer werten so große Datenmengen aus und lassen sich Änderungen an den Berechnungen im Detail erklären. Bevor das Programm eine Arbeitsmappe aktiv verändert, ist jedoch immer eine manuelle Freigabe durch den Anwender erforderlich. So behalten Analysten stets die Kontrolle über ihre Dokumente.
Quelle: OpenAI
Direkter Zugriff auf externe Marktdaten
Zusätzlich zur reinen Tabellenkalkulation führt OpenAI neue Schnittstellen für Finanzdaten ein. Über diese Integrationen fließen Informationen von Dienstleistern wie LSEG, S&P Global oder MSCI direkt in den Chatbot ein.
Analysten binden dadurch Markt- und Unternehmensdaten ohne Umwege in ihre laufenden Arbeitsabläufe ein. Zukünftig plant das Unternehmen zudem eine vergleichbare Version für Google Sheets, um weitere Nutzergruppen zu erreichen.
GPT-5.4 dominiert den internen Benchmark
Die technologische Basis für das Excel-Tool bildet das neue Sprachmodell GPT-5.4. OpenAI hat die KI speziell für logisches Schlussfolgern im Finanzsektor optimiert. Ein interner Benchmark für den Bereich Investmentbanking unterstreicht die Leistungsfähigkeit der Software.
Die Variante „GPT-5.4 Thinking“ erreicht hierbei einen Spitzenwert von 0,873. Zum Vergleich: Das Vorgängermodell GPT-5 liegt bei 0,437, während das Konkurrenzmodell Opus 4.6 einen Wert von 0,641 erzielt. Auch die internen Vorgänger wie GPT-5.2 Pro schneiden im Test mit 0,717 deutlich schwächer ab.
Quelle: OpenAI
Verfügbarkeit und aktuelle Einschränkungen
Aktuell befindet sich das Produkt noch in der geschlossenen Beta-Phase. Die Nutzung ist vorerst auf zahlende Kunden der Tarife Plus, Pro, Business und Enterprise sowie den Bildungsbereich beschränkt. Administratoren von Unternehmens-Accounts müssen den Zugriff für ihre Mitarbeiter explizit freischalten.
OpenAI weist darauf hin, dass es in der aktuellen Version noch zu längeren Antwortzeiten kommen kann. Auch gelegentliche Formatierungsfehler, die eine manuelle Nachbesserung erfordern, sind möglich. Das System wird auf Basis des ersten Feedbacks in den kommenden Wochen fortlaufend optimiert.



