Microsoft Solara Geräte

Neues Microsoft Betriebssystem läuft komplett ohne Windows

Project Solara ist eine Plattform für intelligente KI Agenten. Der Konzern präsentierte erste Hardware für den Schreibtisch.

Andreas Becker Microsoft
Microsoft Solara Geräte

Microsoft präsentiert auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 das Betriebssystem Project Solara für intelligente Assistenzgeräte. Die Softwareumgebung fokussiert sich komplett auf KI-Agenten und ersetzt das klassische App-Konzept durch direkte, sprachgesteuerte Interaktionen.

Android als Fundament für spezialisierte Hardware

Der Konzern verzichtet bei der neuen Plattform auf den hauseigenen Windows-Unterbau. Project Solara basiert stattdessen auf Android und formt die Microsoft Device Ecosystem Platform. Diese Architektur verbindet die lokale Hardware direkt mit der Azure-Cloud.

Microsoft arbeitet für die Umsetzung eng mit den Chip-Herstellern Qualcomm und MediaTek zusammen. Die Prozessoren dieser Partner liefern die nötige Rechenleistung für kleine, spezialisierte Endgeräte. Das System ist strikt auf den Unternehmenseinsatz ausgerichtet und integriert Sicherheitsstandards wie Entra ID und die Geräteverwaltung über Microsoft Intune.

Dynamische Oberflächen durch Just-in-Time UI

Ein zentraler Baustein der Software ist die sogenannte Just-in-Time UI. Die Benutzeroberfläche passt sich dabei vollautomatisch an das jeweilige Gerät, die Bildschirmgröße und die Eingabemethode an. Entwickler müssen das Design somit nicht mehr für jeden Formfaktor einzeln programmieren. Die KI generiert die visuelle Ausgabe dynamisch, je nachdem, ob Nutzer per Sprache, Berührung oder Kamera interagieren.

Spezialisierte Programme übernehmen daraufhin im Hintergrund die eigentliche Arbeit. Der »Priority Agent« filtert beispielsweise die wichtigsten anstehenden Termine heraus und zeigt sie übersichtlich an. Der »Facilitator« zeichnet derweil auf Wunsch Besprechungen auf und erstellt Gesprächsprotokolle, ohne dass Anwender dafür händisch ein Programm öffnen müssen.

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Tischgerät als Ergänzung zum Rechner

Um die praktischen Möglichkeiten zu demonstrieren, zeigte Microsoft zwei konkrete Hardware-Entwürfe. Das erste Modell ist ein stationäres Tischgerät mit MediaTek-Prozessor. Das smarte Display entsperrt sich über eine automatische Gesichtserkennung via Hello for Business.

Nutzer setzen das Desk-Konzept entweder als eigenständiges Assistenzsystem oder als direkten Begleiter zum vorhandenen PC ein. Über einen USB-C-Anschluss lässt sich zudem ein externer Monitor verbinden. In dieser Konfiguration fungiert das kleine Gerät als vollständiger Windows-365-Client und streamt einen kompletten Cloud-PC.

Quelle: Microsoft

Tragbares Abzeichen für den mobilen Einsatz

Als zweite Hardware präsentierte das Unternehmen ein kompaktes, tragbares Abzeichen mit einem Chip von Qualcomm. Dieses Gerät begleitet Nutzer im Alltag und verfügt über eine nach vorn gerichtete Kamera. Die Sensoren erfassen die direkte Umgebung, sodass die Agenten kontextbezogene Hilfestellungen geben können.

Das Badge integriert einen Fingerabdrucksensor für die sichere biometrische Anmeldung. Eine physische Taste schaltet die Mikrofone bei Bedarf vollständig stumm. Microsoft testet Project Solara in den kommenden Monaten in einem privaten Pilotprogramm mit großen US-Konzernen wie Target und Best Buy im Praxisalltag.

Quelle: Microsoft

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