Donald Trump hat Anthropic-Chef Dario Amodei kurzfristig zu einem privaten Abendessen ins Weiße Haus eingeladen. Das erste Gespräch unter vier Augen sollte am Sonntag um 22 Uhr Ortszeit beginnen, nur zwei Tage nach einer juristischen Niederlage für Anthropic im Streit mit dem Pentagon. Zum Verlauf oder Ergebnis haben sich beide Seiten am Montagmorgen noch nicht geäußert.
Erst Angriff, dann persönliche Einladung
Trump bestätigte das geplante Treffen nach seiner Rückkehr von einem Golfturnier bei Chicago. Er bezeichnete Amodei vor Reportern als »sehr angesehen« und kündigte an, mit ihm über KI zu sprechen. Axios hatte zuvor berichtet, dass Trump die Einladung persönlich aussprach, nachdem Amodei wegen eines Terminkonflikts beim Staatsbankett für Chinas Präsident Xi Jinping fehlte.
Der freundliche Ton kommt überraschend. Erst im September verspottete Trump den Anthropic-Chef als »perfekten kleinen Engel«, nachdem Amodei gemeinsam mit anderen Größen der Branche ein langsameres Entwicklungstempo gefordert hatte. Vor dem Abendessen kursierte zudem ein Papier unter Trump-Verbündeten, das Amodei als Gegner des Präsidenten darstellte.
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Streit mit dem Pentagon belastet Anthropic
Der Konflikt reicht weit über unterschiedliche Ansichten zur KI-Entwicklung hinaus. Ein US-Berufungsgericht bestätigte am Freitag mit zwei zu eins Stimmen, dass das Pentagon Claude aus seinen Systemen und der Arbeit seiner Auftragnehmer ausschließen darf. Anthropic hatte sich geweigert, seine aktuellen Modelle für vollautonome Waffen und eine umfassende Überwachung im Inland freizugeben.
Trump lehnt eine Verlangsamung weiter ab. Die USA hätten etwa anderthalb Jahre Vorsprung vor China und dürften diesen nicht aufgeben, sagte er vor dem Essen. Am Dienstag will er gemeinsam mit dem Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, weitere Chefs der KI-Branche empfangen.
