Der französische Hersteller Bull baut im finnischen Kajaani den Supercomputer LUMI-AI. Das 388-Millionen-Euro-Projekt soll ab Ende 2027 die europäische Industrie sowie Forschung stützen und verzehnfacht dafür die Rechenkapazität seines Vorgängers.
Fokus auf maschinelles Lernen
Das europäische Hochleistungsrechner-Projekt EuroHPC hat den Bau beauftragt. LUMI-AI entsteht im Rechenzentrum des Dienstleisters CSC und fungiert als sechste europäische AI-Factory. Damit steht die Anlage künftig akademischen und industriellen Nutzern offen.
Den Zuschlag sicherte sich das Unternehmen Bull, das Anfang 2026 vom französischen Staat übernommen wurde. Bull setzt für das System seine vollständig wassergekühlte Architektur BullSequana XH3500 ein.
Die Rechenkerne liefert AMD. Zum Einsatz kommen Epyc-9006-Prozessoren mit 256 Zen6c-Kernen, flankiert von MI430X-Beschleunigern. Während diese Hardware die KI-Rechenleistung im Vergleich zum bisherigen LUMI-Rechner verzehnfacht, wird die Gleitkommarechenleistung (FP64) für klassische Simulationen laut EuroHPC »fast verdoppelt«.
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Hybridsystem mit Quantenrechner
Mehrere Partnerunternehmen liefern weitere Technik. IBM stellt das Speichersystem bereit, Nokia liefert Teile der Netzwerkausrüstung.
Im selben Rechenzentrum installiert das finnische Unternehmen IQM parallel einen Quantencomputer namens LUMI-IQ. Forscher können diesen künftig direkt mit LUMI-AI koppeln, um hybride Berechnungen durchzuführen.
Der Betrieb des gesamten Komplexes erfolgt ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien. Die entstehende Abwärme fließt in das Fernwärmenetz der Stadt Kajaani.
Trotz des deutlichen Leistungssprungs erreicht LUMI-AI voraussichtlich nicht die Exascale-Marke. Mit Baukosten von knapp 388 Millionen Euro ist das System günstiger als die geplanten europäischen Großrechner Jupiter und Alice Recocque. Der reguläre Betrieb beginnt im zweiten Halbjahr 2027.
